Harburg
HVV-Fahrplan

SPD kritisiert den neuen Bustakt nach Appelbüttel

Die Buslinie 144 fährt nicht mehr auf der Bremer Straße.

Die Buslinie 144 fährt nicht mehr auf der Bremer Straße.

Foto: xl

Harburger SPD sieht im neuen HVV-Fahrplan eine Verschlechterung in Richtung Appelbüttel und fordert Nachbesserungen.

Harburg. In den 1980er-Jahren hatte es die HVV-Buslinie 144 sogar mal geschafft auf einer Schallplatte besungen zu werden: „Linie einsviervier“ hieß das Stück, das die Marmstorfer Punkband „Blanker Hohn“ auf eine Single pressen ließ. Die Schallplatten gibt es noch hier und da. Die Buslinie ist seit Monatsanfang Geschichte. Ihre Strecke vom Harburger Bahnhof über Ring und Bremer Straße nach Appelbüttel wird von drei anderen Buslinien übernommen: Der 340, der 4200 und der 4210, die alle auch über Appelbüttel hinaus fahren.

Die Harburger SPD sieht in dieser Veränderung eine Verschlechterung und fordert Nachbesserungen. „Während der neue Fahrplan im Busverkehr von Harburg und Umland fast überall deutliche Serviceverbesserungen mit sich bringt, ist dem HVV bei dem Angebot in Richtung Appelbüttel offenbar der Blick für Verbesserungen abhandengekommen“, kritisiert der Nahverkehrsexperte der SPD-Bezirksfraktion und Bürgerschaftskandidat Frank Wiesner.

Bisher Montag bis Freitag 15-Minuten-Takt

Wiesner weiter: „Bei näherer Betrachtung des Fahrplans ist festzustellen, dass die Taktung der Linie 144 nicht übernommen wurde, was zu Verschlechterungen führt. Bisher gab es Montag bis Freitag grundsätzlich einen 15-Minuten-Takt mit mancher Lücke von 21 Minuten. Nun gibt es regelmäßig Abstände von bis zu 23 Minuten. In den Hauptverkehrszeiten fuhr bisher etwa alle zehn Minuten ein Bus. Künftig gibt es regelmäßig Abstände von 20 bis 23 Minuten“, so der Verkehrsexperte. Auch an den Wochenendtagen sei der Takt dünner geworden.

„Diese Serviceverschlechterung verträgt sich aus Sicht der SPD nicht mit dem erklärten Ziel, den Busverkehr attraktiver zu machen“, sagt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Richter.

Seine Partei bereitet deshalb einen Antrag vor, in dem sie fordert, dass in den Hauptverkehrszeiten ein 10-Minuten-Takt, in den übrigen Zeiten von Montag bis Sonnabend ein 15-Minuten-Takt und am Sonntag ein 20-Minuten-Takt gewährleistet wird.

Etwas durchgerutscht?

Frank Wiesner: „Da muss den Verantwortlichen beim HVV bei der Änderung von der Linie 144 auf die Linie 340 etwas durchgerutscht sein.“ Die Initiative des Senats zur Attraktivitätssteigerung des Nahverkehrs enthalte jedenfalls keine Serviceverschlechterungen. Wiesner: „Wir sind optimistisch, dass dieser offensichtliche Fehler noch auszugleichen sein wird und das Angebot in Richtung Appelbüttel im bisherigen Umfang erhalten bleibt!”

Allerdings sieht man beim Linienbetreiber Hamburger Hochbahn AG keinen Fehler im neuen Plan: „Die Umstellung auf den 20-Minuten-Betrieb ist dem geschuldet, dass wir uns die Nachfrage der Linie über den Tagesverlauf aller Wochentage angeschaut haben“, sagt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Die sei zwischen Appelbüttel und Marmstorfer Weg (Nord) eher schwächer, so dass einige Abfahrten, die sehr eng beieinander lagen und nicht vertaktet waren, zu einer gemeinsamen Abfahrt zusammengelegt worden seien. „Dadurch kommt es zu weniger Fahrten, die jedoch der Nachfrage gerecht werden.“