Harburg
Baustellensituation

So wollen Politiker die Bauarbeiten in Harburg beschleunigen

Der Ehestorfer Heuweg soll nach Willen des LSBG ohne Pausedurchsaniert werden.

Der Ehestorfer Heuweg soll nach Willen des LSBG ohne Pausedurchsaniert werden.

Foto: Lars Hansen / xl

Koalition lehnt Oppositionsanträge ab und beschließt Forderungen zur Sanierung von Ehestorfer Heuweg und Cuxhavener Straße.

Hamburg.  Die Baustellensituation am Ehestorfer Heuweg und an der Cuxhavener Straße lässt – außer den Linken – keine der Parteien in der Bezirksversammlung kalt. CDU, AfD und FDP hatten reguläre Anträge zu dem Themenbereich eingereicht, SPD und Grüne noch schnell einen Zusatzantrag hinterhergeschoben.

Die FDP hatte gefordert, während der Bauarbeiten an der Cuxhavener Straße den Verkehr auf dem Ehestorfer Heuweg in durchgängig beide Richtungen zu ermöglichen. Das würde bedeuten den zweiten Bauabschnitt der Sanierung bis in den Herbst zu verschieben.

Die AfD forderte, dass der Bezirk auf der Baustelle Cuxhavener Straße, die im Frühjahr erneut aufgenommen werden soll, die Arbeit im Dreischichtbetrieb anordnet, um so die Bauzeit zu verkürzen. Die CDU forderte, die Baustelle am Heuweg in zwei Abschnitte zu unterteilen, auf denen jeweils Blockverkehr mit Baustellenampeln eingerichtet werden soll.

Anträge scheiterten an der Koalition

Kurz gefasst: Alle drei Anträge scheiterten an der Mehrheit, die Grüne und SPD im Gremium haben. Beschlossen hingegen wurde, was die rot-grünen Koalitionäre als Zusatzantrag zur CDU-Forderung eingereicht hatten. Der Beschluss umfasst vier Punkte: Über die weiteren Bauarbeiten in diesem Bereich sollen alle Betroffenen – Anlieger, Bezirks-Politik und angrenzende Gemeinden – rechtzeitig informiert und befragt werden. Das gilt auch für die Verbreiterung der A 7.

Außerdem sollen am Ehestorfer Heuweg, wo die Sanierung alter Bergwerksstollen den Baustellenbetrieb aufhält, nach Möglichkeit, mehrere Stollen gleichzeitig verfüllt werden, auch wenn dies bedeutet, zusätzlich zu dem Unternehmen, das jetzt die Stollen sichert, ein weiteres zu beauftragen.

Baufirma soll an sechs Tagen pro Woche arbeiten

Gegenüber der Straßenbaufirma am Ehestorfer Heuweg soll der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) darauf bestehen, dass der Vertrag eingehalten und an sechs Tagen pro Woche während der gesamten Tageslichtphase gearbeitet wird. „Gegebenenfalls muss dies mit erhöhten Strafzahlungen durchgesetzt werden“, sagt der SPD-Abgeordnete Frank Wiesner.

Die vierte Forderung ist, dass bei der Planung des weiteren Bauablaufes am Ehestorfer Heuweg immer nach Möglichkeiten gesucht wird, die Einschränkungen für die Anwohner zu minimieren. Denkbar wären für Rot-Grün vorübergehende Durchfahrterlaubnisse außerhalb der Bauzeiten, Sonderbefahrungsrechte in begründeten Fällen oder Abstellplätze für Pkw an den Enden der befahrbaren Bereiche.

Thorsten Bölck: Einige Bohrungen gingen daneben

Für den so genannten „Tagesbruch“ – die Einsturzstelle über dem Bergwerksschacht – hat der Freizeit-Bergbauhistoriker Thorsten Bölck eine Erklärung: Er hat in alten Unterlagen geforscht, aus denen hervorgeht. dass vor 100 Jahren, als die Schächte verfüllt wurden, einige Bohrungen danebengingen. Diese wurden vom Stollen nach oben durchgeführt, damit durch sie der Sand eingebracht werden konnte. „Einiges spricht dafür, dass hier eines dieser falschen Bohrlöcher zutage getreten ist“, sagt Bölck, „diese haben sich damals gegenüber dem geplanten Austrittspunkt um bis zu zwei Meter verschoben. Eventuell wurden sie nie richtig verfüllt.“