Harburg
Elektromobilität

Lüneburg stellt Ladesäulen in Parkhäusern auf

Tobias Winkelmann (Klimaschutzleitstelle Landkreis und Hansestadt Lüneburg) und Maja Lucht (Hansestadt Lüneburg) an einer der neuen E-Ladesäulen im Parkhaus am Rathaus.

Tobias Winkelmann (Klimaschutzleitstelle Landkreis und Hansestadt Lüneburg) und Maja Lucht (Hansestadt Lüneburg) an einer der neuen E-Ladesäulen im Parkhaus am Rathaus.

Foto: Lena Thiele / HA

Lüneburg stärkt Infrastruktur für E-Mobilität. System ermöglicht Nutzung der Ladesäulen auch ohne Registrierung.

Lüneburg.  Mit neuen Ladesäulen in allen städtischen Parkhäusern will Lüneburg eine Vorreiterrolle beim Ausbau der Infrastruktur für Elektro-Mobilität einnehmen. Den Anfang macht das Parkhaus am Graalwall nahe dem Rathaus. Dort befinden sich bereits zwei Ladesäulen, die nach einem Testlauf seit Anfang des Monats regulär in Betrieb sind. In drei weiteren Parkhäusern werden ebenfalls jeweils mindestens zwei Säulen mit je vier Ladepunkten aufgestellt.

„Es geht vor allem darum, Reichweiten von 80 bis 100 Kilometern zu gewährleisten. Das ist das, was man für die tägliche Nutzung in der Regel maximal benötigt – durchschnittlich sind es sogar nur 40 Kilometer“, sagt Maja Lucht vom städtischen Bereich Rechnungswesen, Controlling und Service. Das Besondere an den neuen Ladesäulen ist das offene Backend-System, das zwei Zugriffsmöglichkeiten auf einen Ladepunkt bietet.

Nutzer der Ladesäulen können auch per SMS zahlen

Kunden verschiedener Betreiber von Ladepunkten können per App oder mit einer Kundenkarte den Ladevorgang starten und abrechnen. Alle anderen E-Autofahrer können das sogenannte Ad-hoc-Laden nutzen. Dazu müssen sie eine SMS mit der Ladepunktkennung an eine Servicenummer senden, die auf der Säule angegeben ist. Abgerechnet wird direkt über den Mobilfunkanbieter, dieses Verfahren nennt sich „direct pay“.

„Viele Betreiber binden ihren Service an eine Kundenregistrierung“, sagt Lucht. Der Nachteil dabei sei, dass dann meist nur an Säulen des Betreibers geladen werden kann. „Das ist bei unseren Säulen anders, hier ist das sogenannte punktuelle Laden möglich.“ Die Säulen sind mit dem Anschluss-Standard Typ 2 ausgestattet und liefern Ökostrom.

Stadt hat Fördermittel vom Bund beantragt

Zwei Ladesäulen mit der erforderlichen Infrastruktur kosten in der Regel etwa 60.000 Euro. „Dies ist allerdings stark von den Gegebenheiten im Gebäude und den vorhandenen Anschlüssen abhängig“, sagt Stadtsprecher Sebastian Koepke-Millon. So kosteten die Säulen im Parkhaus am Rathaus nur 46.000 Euro. Zur Finanzierung der Ladesäulen und um die Hausanschlüsse der städtischen Parkhäuser für die kommenden Anforderungen vorzubereiten, hat die Hansestadt Bundesfördermittel in Höhe von 109.000 Euro beantragt, von denen zunächst 35.000 Euro für normale Ladesäulen bewilligt worden waren.

Auch der Förderantrag über 74.000 Euro für eine Schnellladesäule am Wohnmobilstellplatz auf den Sülzwiesen ist inzwischen positiv beschieden worden. Wann diese installiert werden kann, steht allerdings noch nicht fest.

Die Arbeiten sollen 2020 beginnen

Die zwei nun in Betrieb gehenden Säulen im Parkhaus am Rathaus wurden zudem mit jeweils 15.000 Euro vom Landkreis Lüneburg gefördert. Darüber hinaus stehen Mittel im städtischen Haushalt bereit, um die Stromanschlüsse im Parkhaus am Bahnhof sowie im Lünepark zu ertüchtigen.

Die Arbeiten sollen 2020 beginnen. „Alle lassen sich aber in einem Jahr nicht umsetzen“, sagt Koepke-Millon. Auch das Parkhaus am Rathaus soll noch einen leistungsfähigeren Stromanschluss erhalten, damit dort weitere Säulen installiert werden können. Diese könnten dann auch von Anwohnern genutzt werden.

Im Parkhaus am Bahnhof ist derzeit noch ein älteres Ladesäulenmodell kostenfrei in Betrieb. Eine technische Aufrüstung nach aktuellen Standards ist bei diesem Modell nicht mehr möglich. Deshalb soll die Ladesäule, sobald sie nicht mehr funktionstüchtig ist, durch zwei neue moderne Säulen ersetzt werden.

Die Stadt betreibt außer den Parkhäusern am Rathaus und am Bahnhof die Parkhäuser am Klinikum und Lünepark am Kino. Darüber hinaus gibt es vier weitere privat betriebene Parkhäuser im Stadtgebiet. In Stadt und Landkreis Lüneburg sind derzeit 336 E-Autos sowie 906 Hybrid-Fahrzeuge gemeldet.