Harburg
Planungsausschuss

Polizei-Areal in Hittfeld soll Wohngebiet werden

Das alte Polizeigebäude  in Hittfeld soll weichen.

Das alte Polizeigebäude in Hittfeld soll weichen.

Foto: HA

Seit dem Umzug des Seevetaler Kommissariats liegt das Grundstück in Hittfeld brach. Gemeinde soll Areal behalten.

Hittfeld.  Die Zukunft des ehemaligen Polizeistandortes in Hittfeld ist weiter ungewiss. Zwar hatte der Seevetaler Verwaltungsausschuss sich bereits darauf geeinigt, dass die Gemeinde das Grundstück verkaufen soll. Doch nun haben mehrere Kommunalpolitiker im Planungsausschuss Zweifel angemeldet, ob dies der richtige Schritt sei. Sie fordern, das Grundstück in der Hand der Gemeinde zu belassen. So soll gesichert werden, dass an dieser Stelle auch bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Seit dem Umzug des Polizeikommissariats nach Maschen im März dieses Jahres liegt die Fläche am Vogelsang brach. Nach Ansicht der Verwaltung ist das 4500 Quadratmeter große Grundstück gut geeignet, um dort mehrgeschossige Wohnhäuser zu errichten. Die zentrale Lage in Hittfeld bietet den künftigen Bewohner die Möglichkeit, Einkaufsmöglichkeiten sowie verschiedene Bushaltestellen einfach zu erreichen.

Der geplante Verkauf des Grundstücks sollte – so die Überlegungen in der Gemeinde – mit einer „sozialen Komponente“ versehen werden, wie es in der entsprechenden Vorlage für die politischen Gremien heißt. Durch ein Angebotsverfahren sollten die Möglichkeiten ausgelotet werden, wie an dieser Stelle Wohnungen entstehen könnten, die sich auch Menschen mit geringem Einkommen leisten können. Bei der Vergabe sollte ein bestimmter Anteil an bezahlbaren Wohnraum, der noch festgelegt werden müsste, vorgesehen werden.

Es besteht keine Eile für einen Beschluss

Ob es ausreicht, eine solche Bedingung mit dem Verkauf zu verknüpfen, bezweifeln einige Politiker nun. „Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben uns umdenken lassen“, sagte Irmelin Schütze von den Freien Wählern. „Die Option, die jetzt im Raum steht, ist ja nicht ganz schlecht. Aber wir sollten uns die Chance, mögliche andere Wege zu beschreiten, nicht entgehen lassen.“

Dass das Projekt noch ganz am Anfang stehe und es daher keine Eile für einen Beschluss gebe, meinte auch Gerd Otto Kruse (Grüne). „Ich habe Bedenken, wenn das Gelände für den Wohnungsbau verkauft wird und wir dann hoffen müssen, dass auch die Bedingungen eingehalten werden.“ Es sei sinnvoller, das Grundstück stattdessen zum Beispiel der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Harburg zur Verfügung zu stellen. Zustimmung kam von Knut-Michael Wichalski (AfD) sowie Friedrich Becker (FDP), der sich für eine separate Befassung mit dem Thema aussprach. „Das Thema Ankauf von Grundstücken und welche Vorteile dies für die Gemeinde haben kann, sollten wir noch einmal gründlich angehen.“

Verwaltungsausschuss soll erneut beraten

Schütze plädierte dafür, das Thema mit dem Hinweis, dass ein Verbleib des Grundstücks in Gemeindeeigentum von Vorteil sein könnte, erneut im Verwaltungsausschuss beraten zu lassen. „Die Bodenbevorratung ist ein wichtiges Thema und dieses Projekt ist ein Paradebeispiel dafür. Es würde ihm außerdem zu diesem Zeitpunkt nicht wehtun, noch eine weitere Runde in den Gremien zu drehen.“ Der Ausschuss stimmte mehrheitlich für diesen Schritt. Der Verwaltungsausschuss tagt heute in einer nicht-öffentlichen Sitzung.

Zugleich gab das Gremium einstimmig grünes Licht für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für das Areal. Dieser regelt, dass auf dem ehemaligen Polizeigelände Wohnhäuser gebaut werden können, die bis zu zwei Geschossen plus ein Staffelgeschoss haben. Die Gestaltung soll sich ins Ortsbild einfügen, die Fassaden und Dachflächen sollen entsprechen gegliedert werden. Der bisherige Bebauungsplan lässt nur eine eingeschossige Bebauung zu.

Das Polizeikommissariat Seevetal war im März dieses Jahres nach Maschen umgezogen. Der Neubau an der Hamburger Straße ist mit 1270 Quadratmeter deutlich größer als der 800-Quadratmeter-Altbau in Hittfeld. Das Land Niedersachsen hat das Gebäude für 20 Jahre gemietet. Das Gebiet, das von der neuen Polizeizentrale in Maschen aus betreut wird, erstreckt sich über die Gemeinde Seevetal hinaus bis nach Neu Wulmstorf und Rosengarten.

Langwierige Suche

Das alte Polizeikommissariat in Hittfeld, eine ehemalige Berufsschule, wurde 1982 bezogen. 1996 wurde der Altbau aus dem Jahr 1959 erweitert. Dass das Gebäude zu klein ist und eine erneute Erweiterung nicht wirtschaftlich wäre, ist bereits seit langem klar.

Ende 2013 hatte die Oberfinanzdirektion Hannover in einer öffentlichen Anzeige nach einem neuen Standort für das Kommissariat gesucht – zunächst im Bereich Hittfeld und ab Juni 2015.

Im März 2019 konnten die Beamten schließlich in den Neubau an der Hamburger Straße in Maschen einziehen. Er wurde vom Seevetaler Bauunternehmer Günter Effinger gebaut.