Harburg
AKH als Vorreiter

Schnelle Hilfe dank Digitalisierung

Das Asklepios Klinikum Harburg setzt auf einen neuen Standard.

Das Asklepios Klinikum Harburg setzt auf einen neuen Standard.

Foto: Martin Foddanu Photography

Asklepios Klinikum Harburg: Daten aus dem Rettungswagen erreichen die Notaufnahme noch vor dem Patienten – digital.

Harburg.  Das Asklepios Klinikum Harburg setzt bei der Schnittstellen-Digitalisierung einen neuen Standard: Patientenprotokolle der Feuerwehr werden aus dem Rettungswagen ab sofort ohne „ausdrucken und einscannen“ in die Notaufnahme und danach auch in die digitale Patientenakte übertragen. Die Softwarelösung soll demnächst in allen Hamburger Asklepios Kliniken zum Einsatz kommen.

„Die papierlose Datenübermittlung ist deutlich schneller, sie ist für den Patienten sehr viel sicherer – und sie schont die Umwelt. Damit beweist Asklepios einmal mehr seine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung klinischer Prozesse in Hamburg“, sagt Joachim Gemmel, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH.

Zum Hintergrund: Seit Mai nutzt die Hamburger Feuerwehr das System NIDA zur digitalen Einsatzdokumentation im Rettungsdienst, einschließlich der Voranmeldung in der Klinik, sowie der Übergabe des Patientenprotokolls in digitaler Form. An das System sind inzwischen sämtliche Notfallkrankenhäuser in Hamburg angeschlossen.

Bislang gibt es jedoch noch immer einen Medienbruch, weil das übermittelte Patientenprotokoll aus NIDA ausgedruckt und anschließend zur digitalen Patientenakte im Krankenhaus-Informations-System (KIS) wieder eingescannt werden musste. „Als erster Klinikbetreiber haben wir vergangene Woche in unserem Klinikum in Harburg die direkte digitale Übernahme des Patientenprotokolls von NIDA in das KIS eingeführt; die anderen Asklepios Kliniken in Hamburg werden zeitnah folgen“, sagt Oliver Heggblum, Abteilungsleiter Medizinische Fachsysteme der IT-Services Hamburg bei Asklepios.

Selbst EKG-Aufzeichnungen werden übermittelt

Die Schnittstelle von NIDA zum KIS wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem NIDA-Hersteller medDV und der Asklepios-IT entwickelt und ist in dieser Form ein Novum. Neben dem eigentlichen Patientenprotokoll, das Messwerte wie Puls, Blutdruck, Informationen zur Erkrankung oder Verletzung, zum Geschehen und Hergang sowie den rettungsdienstlichen Maßnahmen enthält, können über das NIDA-System auch EKG-Aufzeichnungen übermittelt werden.

Auch der Medikationsplan des Patienten kann aus seiner Pflegeakte abfotografiert und digital übermittelt werden, so dass diese Informationen die Klinik erreichen, bevor der Patient eingeliefert wird. „Damit sind Ärzte und Pflegekräfte noch besser über den Patienten informiert und können ihm schneller helfen“, sagt IT-Spezialist Heggblum, der auch ausgebildeter Notfallsanitäter ist.

Handschriftliche Ungenauigkeiten werden vermieden

Alle Daten werden im Asklepios Klinikum Harburg ab sofort über die Schnittstelle an das KIS übertragen und stehen somit auch in der digitalen Patientenakte zur Verfügung, die dann etwa bei der Verlegung des Patienten innerhalb der Klinik oder in eine andere Asklepios Klinik von großem Nutzen ist. Die Vorteile der digitalen Rettungsprotokolle und der digitalen Patientenakte liegen auf der Hand: „In der Vergangenheit wurden die Patientenprotokolle handschriftlich ausgefüllt, mit allen dazugehörigen Nachteilen, also schlechter Lesbarkeit, zerknittertem und dadurch schlecht scanbarem Papier, ungenau gesetzte Kreuze in den Kästchen und so weiter“, sagt Asklepios IT-Spezialist Oliver Heggblum.

Die Einführung der neuen Technik (NIDA) erfolgte seitens der Feuerwehr in enger Abstimmung mit den Hamburger Notfallkrankenhäusern und der Gesundheitsbehörde.