Harburg
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Ein farbenfrohes Portal für die Jugendpsychiatrie

Freuen sich über das gelungene Projekt (v.l.): die Künstler Gunnar Schröder und Katrin Regelski, Spenderin Britta Hauschild, Chefärztin Dr. Sabine Ott, Kunsttherapeutin Cristina Garcia Schuster und Spender Winfried Hauschild.

Freuen sich über das gelungene Projekt (v.l.): die Künstler Gunnar Schröder und Katrin Regelski, Spenderin Britta Hauschild, Chefärztin Dr. Sabine Ott, Kunsttherapeutin Cristina Garcia Schuster und Spender Winfried Hauschild.

Foto: Asklepios Harburg / HA

Junge AKH-Patienten haben im Rahmen eines pädagogischen Projekts ein Mosaik vor den Toren des Psychiatriegebäudes gestaltet.

Wenn viele kleine Hände mit viel Geduld viele kleine Steine kleben, entsteht am Ende ein großartiges Gemeinschaftswerk. Diese Erfahrung haben die Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Asklepios Klinikum Harburg in den vergangenen Monaten machen dürfen. Gemeinsam haben sie in wochenlanger Fleißarbeit ein fast fünf Quadratmeter großes Mosaik rund um den Eingang des Gebäudes geklebt. Und auf diese Weise nicht nur das Portal um ein vielfaches verschönert, sondern auch jeder für sich die wertvolle Erfahrungen machen dürfen, dass Geduld Früchte trägt.

Die Idee, Kinder und Jugendliche der Psychiatrie gemeinsam etwas erschaffen zu lassen, kommt vom Harburger Künstlerpaar Katrin Regelski und Gunnar Schröder. Sie begleiteten die 25 Patienten, im Alter von sechs bis 18 Jahren, seit Ende Mai bei der gemeinsamen Erstellung der Motivvorlage über die Herstellung der Mosaiksteine bis zur Anbringung der Steine. Unterstützt wurde das Projekt vom therapeutischen Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Ergebnis ist ein buntes und inspirierendes Kunstwerk.

„Mosaik ist eine Kunst, die verbindet“, sagt Katrin Regelski. „Über die Arbeit an den Mosaiken haben die Teilnehmer eine hohe persönliche Wertschätzung erfahren. Sie haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.“ Es gehe darum, Kinder in schwierigen Situationen durch gemeinsames kreatives Arbeiten stark zu machen. Und ihnen zu zeigen, dass sie gemeinsam viel erreichen können.

Das Künstlerpaar hat bereits in der Vergangenheit mit Mosaik-Projekten gute Erfahrungen gemacht. 2008 klebten sie mit mehr als 100 Schülern der Schule Grumbrechtstraße eine gegossene Figur mit Fliesensplittern. Im vergangenen Jahr verwandelten sie mit mehr als 50 Jugendlichen verschiedener Harburger Schulen beim Mosaik-Projekt „Kunst verbindet“ die schmucklose Eingangsfassade des gelben SAGA-Gebäudes in der Friedrich-Naumann-Straße in ein farbenfrohes Portal. Für Chefärztin Dr. Sabine Ott und ihr Team enthält das Projekt eine Vielzahl von Faktoren, welche die Therapie der jungen Patienten unterstützen. Dazu gehören Handwerkliche Fertigkeiten, Konzentration und Ausdauer, Absprache und Zusammenarbeit, die Umsetzung von kleiner Vorlage ins Große — und nach vielen Einzelschritten das Ganze als Erfolg zu erleben. „Mit der gemeinsamen Arbeit am Mosaik konnten wir die therapeutischen Prozesse durch Selbstwertstärkung und Förderung der sozialen Kompetenzen verstärken. Und unsere Patienten haben Freude und Kreativität mit Gleichaltrigen erlebt“, sagt Sabine Ott.

Möglich gemacht wurde das Projekt durch eine private Spende von Britta und Wilfried Hauschild. Das Ehepaar aus Neugraben stellte 3000 Euro zur Verfügung und ist von dem Ergebnis begeistert. „Was die jungen Künstler hier geschaffen haben ist beeindruckend“, sagen sie. „Wir freuen uns, dass unser Beitrag geholfen hat, so ein tolles Projekt zu realisieren, bei dem jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte.“ Die Arbeit der Abteilung sei ein wertvoller und wichtiger Beitrag zu einer gesunden Zukunft für die Patienten.