Harburg
Hausbruch/Heimfeld

Fünf-Meter-Loch: Ehestorfer Heuweg bis Ende des Jahres dicht

Eine Lore erinnert an das ehemalige Bergwerk Robertshall – und nun auch ein fünf Meter tiefes Loch, das die Bauarbeiten am Ehestorfer Heuweg verzögert.

Eine Lore erinnert an das ehemalige Bergwerk Robertshall – und nun auch ein fünf Meter tiefes Loch, das die Bauarbeiten am Ehestorfer Heuweg verzögert.

Foto: Lars Hansen / HA

Bei Bauarbeiten hatte sich der Durchbruch zum alten Bergwerksstollen geöffnet. Sanierung der Straße vorerst unterbrochen.

Hamburg. Die Arbeiten am Ehestorfer Heuweg, der seit Ende August voll gesperrt ist, verzögern sich deutlich: Grund ist ein fünf Meter tiefes Loch, das sich bei den Bauarbeiten gebildet hat und das aufwendig gesichert werden muss.

Ein Bergbau-Ingenieur hat bereits in der vergangenen Woche begonnen, die nun "Tagesbruch" genannte Versackung zu begutachten, die zwar nur einen Durchmesser von 50 bis 80 Zentimetern hat, aber rund fünf Meter tief ist, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Deutliche Hinweise auf Durchbruch zu Bergwerksstollen

Die Feuerwehr wurde beauftragt, die Kohlendioxid-Konzentration zu messen, um Auffälligkeiten festzustellen. Tatsächlich ergaben diese erhöhte Werte, laut Verkehrsbehörde "ein deutlicher Hinweis auf den Durchbruch zum alten Bergwerksstollen". Die Bauarbeiten sind vorerst eingestellt, auch der Bereich rund um das Loch wird fortlaufend kontrolliert – mit besonderem Augenmerk auf die angrenzende Schule.

Die ursprünglich für den 28. September geplante Aufhebung der Vollsperrung des Ehestorfer Heuwegs verschiebt sich deutlich: "Nach jetziger Erkenntnislage wird diese bis Ende des Jahres aufrecht erhalten werden müssen", heißt es aus der Verkehrsbehörde. Die Arbeiten waren nach dem Auffinden von Braunkohleresten und anderen Hinterlassenschaften des ehemaligen Bergwerks Robertshall vorgezogen worden.

Behörde ging von aufgefüllten Bergwerksstollen aus

Wie die Verkehrsbehörde betont, bestand ursprünglich kein Bedarf für tiefergehende Boden-Erkundungen, da lediglich eine so genannte Deckensanierung der Fahrbahn geplant war. Die notwendigen Untersuchungen hätten keine Aufwerfungen des Asphalts ergeben, deswegen sei man davon ausgegangen, dass der Stollen aus den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts aufgefüllt worden war.

Im Verlauf der Bauarbeiten wurden neben der Straße alte Versorgungsleitungen gefunden, die nicht im Katasterregister verzeichnet sind: Neu zu verlegende Leitungen konnten dort entsprechend nicht verlegt werden. Stattdessen wurde beschlossen, diese unter die Fahrbahn zu verlegen, was die Baumaßnahmen zum einen erheblich aufwendiger machte, zum anderen die Arbeitstiefe deutlich erhöhte.

Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion Kurt Duwe macht der Stadt trotzdem heftige Vorwürfe: Anwohner und Pendler müssten "die Nachlässigkeit der Hamburger Behörden ausbaden". Weil bekannt war, dass in diesem Gebiet Braunkohle abgebaut wurde, hätten die Behörden von stillgelegten Stollen nahe der Oberfläche ausgehen müssen. Die nur oberflächliche Erkundung des Bodens hält Duwe für "extrem fahrlässig".