Brahms und Schumann

Konzert: „Musik im Lärm der Zeit“

Julia Hagen und Annika Treutler bespielen das einzige Konzert, das außerhalb Niedersachsens stattfindet.

Julia Hagen und Annika Treutler bespielen das einzige Konzert, das außerhalb Niedersachsens stattfindet.

Foto: Neda Navaee

Niedersächsische Musiktage in Harburg: Julia Hagen und Annika Treutler treten im Speicher am Kaufhauskanal auf.

Harburg. Die Niedersächsischen Musiktage zählen schon seit vielen Jahren zu den kulturellen Höhepunkten im Land. Auf ein besonderes Konzert am Dienstag, 17. September, im Speicher am Kaufhauskanal im Harburger Binnenhafen können sich Harburger aus Stadt und Land freuen: Die Sparkasse Harburg-Buxtehude präsentiert Julia Hagen (Violoncello) und Annika Treutler (Klavier) mit ihrem Programm „Musik im Lärm der Zeit“.

Zwei junge Musikerinnen, von denen man in der Musikwelt sicher noch viel hören wird, treten auf: Julia Hagen, die in Salzburg in eine berühmte Musikerfamilie hineingeborene Cellistin, und die aus Bielefeld stammende Pianistin Annika Treutler, die bereits mit zwei bemerkenswerten Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht hat.

Seit einiger Zeit bilden Hagen und Treutler ein vielgefragtes Duo, und wer ihrer kürzlich erschienenen Einspielung der beiden Cellosonaten von Johannes Brahms lauscht, staunt über die Natürlichkeit, das innere Feuer und Formbewusstsein des Vortrags. Nicht zu vergessen die außergewöhnliche Finesse der Klangbildung: Sie ermöglicht Julia Hagen und Annika Treutler eine biegsame, immer sprechende Modellierung der Phrasen.

Transkribierte Lieder von Brahms und Clara Schumann

Das Programm des Duos im Speicher am Kaufhauskanal stellt Brahms’ dramatische F-Dur-Sonate der so knapp gefassten wie eleganten Sonate von Claude Debussy aus dem Jahr 1915 gegenüber. In transkribierten Liedern von Brahms und Clara Schumann können die beiden Künstlerinnen ihrem lyrischen Empfinden nachgeben, bevor sie das Programm mit der Cellosonate von Dmitri Schostakowitsch beschließen.

Der Russe komponierte das ergreifende Werk 1934 – kurz bevor Stalins Kulturbürokratie seine Oper Lady Macbeth als „Chaos statt Musik“ verdammte. Damit begann eine Phase ständiger Angst und tiefer Verunsicherung für den Komponisten.

Die Niedersächsischen Musiktage werden am Sonnabend, 31. August, in Wilhelmshaven mit der Jungen Norddeutschen Philharmonie eröffnet. Bis zum 29. September finden in ganz Niedersachsen Konzerte statt. Das Konzert in Harburg ist das einzige außerhalb Niedersachsens. Spielorte in der Region sind auch Lüneburg, Harsefeld, Freiburg an der Elbe und Stade. Das diesjährige Festival steht unter dem Motto „Mut!“.

Konzert: Musik im Lärm der Zeit, Dienstag, 17. September, 19.30 Uhr, Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, Harburger Binnenhafen. Die Eintrittskarten zum Preis von 25 Euro (ermäßigt 20 Euro) gibt es an der Konzertkasse Gerdes, Telefon 0 40/45 33 26 und im Abendblatt-Ticketshop im Phoenix-Center in Harburg, Telefon 0 40/76 7586 86.

Mehr zum Festival unter musiktage.de