Harburg
Lüneburg/Winsen

Heide rechnet mit sechs Millionen Touristen

Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch und sein Team sind für die aktuelle Saison optimistisch und rechnen mit sechs Millionen Besuchern in der Heide.

Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch und sein Team sind für die aktuelle Saison optimistisch und rechnen mit sechs Millionen Besuchern in der Heide.

Foto: Lüneburger Heide GmbH

Neue Freizeit-Angebote und mehr Themen-Führungen geplant. Flaggen mit lila Logo weisen auf die Heide hin. Marketing-Organisation optimistisch.

Lüneburg/Winsen.  Ulrich von dem Bruch ist optimistisch. „Wir erwarten nach dem Rekord 2018 ein weiteres gutes Tourismusjahr“, versichert der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Immerhin liegen die Buchungen derzeit um fünf Prozent über dem Vorjahr. Der Landkreis Harburg verzeichnet bis April sogar ein Plus von 11,6 Prozent. Hochgerechnet auf das Jahr hält von dem Bruch knapp sechs Millionen Touristen in der Heide diesem Jahr für möglich. Für den Landkreis könnte die Zahl der Übernachtungen um sieben bis acht Prozent auf gut 788.000 steigen.

Die Wachstumschancen ergeben sich vor allem daraus, dass sich das Angebot 2019 um drei Attraktionen erweitert. Der Baumwipfelpfad am Nindorfer Wildpark Lüneburger Heide wird fertig und in Bispingen entstehen eine Modellbahnanlage sowie eine Trampolinhalle. Schon jetzt gilt die Region mit 14 Freizeiteinrichtungen bei diesem Thema als europaweit unerreicht.

Besenheide als Blume des Jahres

„Nachdem die Besenheide von der Loki-Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres ernannt wurde, steht sie so stark im Fokus wie noch nie“, sagt von dem Bruch. Um das Interesse an der Natur aufzufangen, wurden die Wandertouren nun um 23 Prozent ausgeweitet. „Wir kommen so auf 122 verschiedene Themen mit weit mehr als 1000 Terminen“, sagt der Heide-Geschäftsführer. Jede Tour wird von einem zertifizierten Natur- und Landschaftsführer begleitet, der Kräuter und Blumen erklären kann oder über die Wege in einer Vollmondnacht führt. Insgesamt bietet der Tourismus inzwischen gut 4500 Frauen und Männern einen Arbeitsplatz. „Damit ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis“, sagt Landrat Rempe.

Um deutlich für die Region und ihre Angebot zu werben, trägt der Landkreis Harburg jetzt zudem lila: Während die Heide aufblüht, haben Rainer Rempe und der Erste Kreisrat Kai Uffelmann vor dem Kreishaus in Winsen die lilafarbenen Lüneburger-Heide-Flaggen gehisst. Die Idee stammt sowohl von der Heide GmbH als auch von den touristischen Landkreisorganisationen. „Die Farbe Lila steht für die Lüneburger Heide“, sagt Projektleiterin Babette Suhr.

Farbe Lila steht für die Heideregion

Denn immerhin 70 Prozent der Deutschen verbinden diese Farbe mit der Heide-Region. Da sei es folgerichtig, dass sich die Region geschlossen in dieser Farbe präsentiert. Zahlreiche Partner, darunter Hotels, Ferienwohnungen, Tourist-Informationen, Freizeitparks, Rathäuser und Museen, haben jetzt Flaggen mit dem lila Logo der Lüneburger Heide bestellt. Der Erfolg war weit größer als erwartet: „Wir hatten mit 100 Fahnen gerechnet, es sind nun sogar 203 geworden“, sagt von dem Bruch. Das Hissen der Flaggen steht zugleich für den Countdown für die Heideblüte.

Eine der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands

Doch nicht nur zur Heideblüte ist die Region ein Magnet. „Die Heide gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. Wer hier unterwegs ist, kann sich beim Aktivurlaub und Begegnung mit der Natur erholen. „Das machen wir mit den Flaggen deutlich“, so Landrat Rempe, der Aufsichtsratsvorsitzende der touristischen Dachorganisation Lüneburger Heide GmbH.

Heide-Shuttle startet ab Montag in die Saison

Vom 15. Juli bis zum 15. Oktober wird jetzt wieder der Heide-Shuttle unterwegs sein – bequem, klimafreundlich und kostenlos. Die vier Ringbuslinien bringen Touristen und Einheimische an besondere Orte oder zum Startpunkt einer Rad- und Wandertour. „Dadurch können sie die die Natur und außergewöhnlichen Kulturlandschaft sowie das touristische und gastronomische Angebot über ein beispielhaftes öffentliches Nahverkehrsangebot im ländlichen Raum erleben“, sagt Hilke Feddersen, die Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide.

Beim Start zur aktuellen Saison waren Neuenkirchens Bürgermeister Carlos Brunkhorst, der Erste Kreisrat des Heidekreises, Oliver Schulze, sowie die Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke und Detlev Schulz-Hendel dabei. Die Gemeinde Neuenkirchen hatte die Akteure des Shuttles aus Kommunen, Politik, Tourismus, Wander- und Radverbänden und der Naturparkregion zu einer Feierstunde auf den Schäferhof empfangen. Zur Kooperation zwischen dem Naturpark Lüneburger Heide zählen derzeit 15 Kommunen, die beiden Landkreise Harburg und Heidekreis, diverse Tourismusakteuren und Verkehrsplaner sowie die Stader KVG.

Der Heide-Shuttle ist längst eine feste Größe im Naturpark. „Er ist ein Alleinstellungsmerkmal weit über die Region hinaus, das Vorbild vieler anderer Freizeitbusse und nicht mehr wegzudenken“, ist Feddersen überzeugt.

Mittlerweile startet das Angebot in seine 14. Saison. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete der Shuttle mehr als 51.000 Fahrgäste.