Harburg
Bahn-Chaos

Für Pendler: Landkreis Stade plant Ersatz-Busse zur Fähre

Chaos wegen der S-Bahn Sperrung nach Harburg: Gleis 11/12 am Hamburger Hauptbahnhof im Sommer 2018

Chaos wegen der S-Bahn Sperrung nach Harburg: Gleis 11/12 am Hamburger Hauptbahnhof im Sommer 2018

Foto: Andreas Laible

Etliche Maßnahmen sollen ein Chaos wie im vergangenen Sommer verhindern. Doch die großen Baustellen kommen noch.

Stade.  Die teils chaotischen Zustände im Bahnverkehr zwischen Harburg und Hamburg im vergangenen Sommer sollen sich in diesem Jahr nicht wiederholen: Die Bahn AG und beteiligte Kommunen haben dazu einen Maßnahmenkatalog abgestimmt, sagte jetzt eine Bahnsprecherin dem Abendblatt.

Auch künftig würden zwar Baumaßnahmen am Schiennetz oder wie derzeit am Hauptbahnhof notwendig sein. „Aber alle Akteure sind sich einige, dass die Situation vor Ort für viele Fahrgäste zeitweise unzumutbar war und sich so nicht wiederholen darf“, so die Sprecherin. So soll eine zeitliche und räumliche Überlagerung mehrerer Baumaßnahmen – beispielsweise parallele Arbeiten an S- und Regionalbahn „möglichst“ vermieden werden. Tatsächlich hat die Bahn die ursprünglich für Ende Juli geplanten Arbeiten im Bereich Veddel verschoben.

Kein provisorischer Bahnhof am Oberhafen

Eine weitere Absprache betreffe die Freigabe von Fernzügen für den Berufsverkehr bei Baustellenlagen. Hier werde es künftig eine „zeitnahe Prüfung“ geben, so die Sprecherin. Dem Vorschlag, am Oberhafen in der HafenCity als Alternative einen provisorischen Kopfbahnhof einzurichten, erteilte die Bahn allerdings eine Absage. „Das ist für uns kein Thema“, sagte die Sprecherin. Eine solche Lösung bedürfe „umfangreicher baulicher Anpassungen“.

Der Erste Kreisrat im Landkreis Stade, Eckart Lantz, äußerte sich dennoch verhalten optimistisch über die bisher angedachten Maßnahmen zur Entspannung der Situation, die besonders im Berufsnahverkehr oft zu Problemen führt. Betroffen davon sind an jedem Werktag immerhin 160.000 Fahrgäste, die in Regional- oder S-Bahnen über die Süder­elbbrücke müssen. Hinzu kommen 30.000 Bahnpassagiere in Fernzügen

Weiter Probleme mit Weichen und Stellwerken

„Wir sind aber auf gutem Weg – auch wenn die Infrastruktur der Stellwerke und Weichen immer noch sehr anfällig ist“, sagte Kreisrat Lantz. Und man müsse bedenken, dass die geplanten Arbeiten bisher nur aufgeschoben wurden. „Die Brückenarbeiten auf der Veddel wie auch der geplante Ersatz der Süder­elbbrücke werden ja eines Tages kommen und zu erheblichen Störungen führen.“

Wichtig sei daher, dass die Bahn die betroffenen Kommunen rechtzeitig über großangelegte Bauarbeiten informiert, damit man mit entsprechendem Vorlauf reagieren könne. So überlege der Landkreis Stade beispielsweise, ob bei längerfristigen Arbeiten am Bahnnetz nicht zusätzliche Busse zur Hadag-Fähre in Finkenwerder eingerichtet werden könnten.

Wird der 150er Bus bis Stade verlängert?

„Wir werden da keinen Schienersatzverkehr übernehmen, aber es könnte gerade im Berufsverkehr ein zusätzliches Angebot sein“, so Lanz. Zudem gebe es Gespräche, die HVV-Buslinie 150 zu verlängern. Bisher pendelt dieser Bus zwischen Cranz, Finkenwerder und Altona. Die Idee sei nun, die Linie bis nach Stade auszuweiten.

Im vergangenen Sommer hatten vom 30. Juli bis 15. August Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke zwischen Harburg und Wilhelmsburg zu erheblichen Störungen geführt. Doch nahezu gleichzeitig gab es auch Arbeiten im Hauptbahnhof, von denen der Regionalzug betroffen war und was zu etlichen Zugausfällen geführt hatte. Es gab für Bahnpendler außer überfüllten Ersatzbussen dann kaum mehr Alternativen.