Harburg
Instrumentalisten

So klang die Musik des Mittelalters

Das Ensemble Nimmerselich versucht, die Musik des Mittelalters so originalgetreu wie möglich wiederzugeben.

Das Ensemble Nimmerselich versucht, die Musik des Mittelalters so originalgetreu wie möglich wiederzugeben.

Foto: Matthias Knoch

Ensemble Nimmersêlich eröffnet die Reihe Musik in alten Heidekirchen und spielt auf rekonstruierten Instrumenten.

Egestorf. Wie hat Musik geklungen, die in den Bauwerken des Mittelalters gespielt wurde? Welche Instrumente kamen dabei zum Einsatz und was wurde auf ihnen gespielt? Diese Fragen lassen sich nicht mit gänzlicher Gewissheit beantworten, liegt doch ein Großteil der mittelalterlichen Musikgeschichte, die vor über 800 Jahren geschrieben wurde, im Dunkel der Zeit verloren. Jedoch gibt es Überlieferungen, die das Dunkel ein wenig erhellen – prachtvolle Musikhandschriften, Berichte von Chronisten und gelehrte Abhandlungen, die uns zumindest erahnen lassen, wie diese Musik geklungen haben könnte, wo sie aufgeführt wurde und welchem Zweck sie diente.

Das Ensemble Nimmersêlich aus Leipzig bringt auf seiner Suche nach dem „verlorenen Klang“ diese geistlichen und weltlichen Schätze des 11. bis 13. Jahrhunderts zurück ins Licht der Gegenwart und eröffnet damit die Saison der „Musik in alten Heidekirchen“. Bis Anfang September werden jeden Sonntag Konzerte in den Kirchen St. Stephanus Egestorf, St. Magdalenen Undeloh und St. Martin Raven sowie erstmals auf dem Emhoff Wilsede Kammermusik-Konzerte gespielt.

Auf historischen Instrumenten wie Laute, Fidel, Harfe und natürlich durch Gesang erweckt Nimmersêlich die Werke der Komponisten jener längst vergangenen Zeit aus einem jahrhundertelangen Schlaf. Ein besonderes Augenmerk des Ensembles liegt darauf, anhand originaler mittelalterlicher Handschriften Stücke zu arrangieren, die in Charakter und Struktur an die überlieferte Aufführungspraxis dieser Epoche angelehnt sind. Das Repertoire von Nimmersêlich spiegelt die große Vielfalt der verschiedenen mittelalterlichen Musikstile und -epochen wider. Durch die Verwendung von Nachbauten mittelalterlicher Instrumente, zum Teil von Mitgliedern der Gruppe selbst rekonstruiert, entsteht ein Eindruck, der den Zuhörer in den klanglichen Kosmos des Mittelalters entführt.