Harburg
Modellprojekt

Polizei testet in Harburg den Einsatz von Drohnen

Der Erste Polizeihauptkommissar Holger Guse, Polizeipräsident Thomas Ring, und Oberkommissar Thomas Müller mit dem unbemannten Flugobjekt, das die Polizei jetzt im Landkreis Harburg testet.

Der Erste Polizeihauptkommissar Holger Guse, Polizeipräsident Thomas Ring, und Oberkommissar Thomas Müller mit dem unbemannten Flugobjekt, das die Polizei jetzt im Landkreis Harburg testet.

Foto: Polizei Lüneburg / HA

Das Fluggerät kann bei der Suche nach Vermissten helfen oder nach Unfällen die Unglücksstelle aus der Luft dokumentieren.

Landkreis Harburg.  Die niedersächsische Polizei startet im Landkreis Harburg ein Modellprojekt zum Einsatz von Drohnen. Das unbemannte System soll in die Luft gehen, wenn zum Beispiel Personen gesucht, Unfalllagen überblickt oder Gefahrenlagen eingeschätzt werden müssen. Flüge zur Nachtzeit sowie Flüge über Menschenmengen sind auch der Polizei nicht gestattet.

Ein taktischer Mehrwert für die Polizei

Seit 2011 besteht die Möglichkeit für Dienststellen aus dem ganzen Land, die zuständige Technische Einsatzeinheit der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen in Hannover anzufordern, um Tat- oder Einsatzorte aus der Luft aufzunehmen. Seit heute können die Dienststellen auch auf das Angebot der Polizeiinspektion Harburg zurückgreifen. „Wir sind davon überzeugt, dass unbemannte Luftfahrtsysteme einen deutlichen taktischen Mehrwert bringen“, sagte Lüneburgs Polizeipräsident Thomas Ring bei der Vorstellung des Pilotprojekts.

Die maximale Flughöhe beträgt 100 Meter

„Für unsere Bürgerinnen und Bürger können wir mit diesem Hilfsmittel bei Gefahrenlagen noch optimaler agieren.“ In der aktuellen Erprobungsphase von sechs Monaten haben die speziell ausgebildeten Polizisten einiges zu berücksichtigen. Jeder Einsatz erfordert die Steuerung des Fluggerätes durch einen ausgebildeten Luftfahrzeugfernführer; unterstützt wird er hierbei von einer zweiten Person. Zu den selbst auferlegten Grenzen gehört, dass das unbemannte Luftfahrtsystem ausschließlich in Sichtweite geflogen wird.

Vereinbart wurde eine maximale Höhe von 100 Metern sowie eine maximale Entfernung von 200 Metern. Holger Guse, Projektverantwortlicher der Polizeiinspektion Harburg, ist sich sicher, dass das neue Einsatzmittel eine sinnvolle Ergänzung für die Arbeit im Polizeialltag ist: „Gerade wenn ein Hubschrauber beispielsweise witterungsbedingt nicht starten kann, können wir trotzdem auf wertvolle Aufklärungsergebnisse aus der Luft zurückgreifen. Das Fluggerät kann bei der Suche nach vermissten Personen helfen. Nach Unfällen oder Gewalttaten lassen sich Unglücksstelle oder Tatort dokumentieren.“