Harburg
Schulbau

Die ersten Schüler ziehen bald um

Goethe-Schule-Harburg: vorne der Neubau des Fachklassengebäudes, dahinter der Altbau der ehemaligen "Kersche". Noch wird er saniert, doch schon vor den Sommerferien sollen die 5. und 6. Klassen einziehen.

Goethe-Schule-Harburg: vorne der Neubau des Fachklassengebäudes, dahinter der Altbau der ehemaligen "Kersche". Noch wird er saniert, doch schon vor den Sommerferien sollen die 5. und 6. Klassen einziehen.

Foto: Katharina Geßler / HA

Die Goethe-Schule Harburg platzt aus allen Nähten. Deshalb wird erweitert und saniert – für knapp 25 Millionen Euro.

Harburg.  Die Goethe-Schule-Harburg (GSH) wird runderneuert. Und nach 40 Jahren ist es nicht damit getan, hier und da ein paar kosmetische Eingriffe vorzunehmen: es wird erweitert, neu gebaut, und vor allem wird saniert. Insgesamt ein Projekt, für das 22 Millionen Euro veranschlagt sind. Ein bisschen mehr wird es aber wohl werden. Schulleiterin Vicky-Marina Schmidt schätzt, dass die Schönheitskur, die zudem auf Wachstum angelegt ist, unterm Strich mit knapp 25 Millionen Euro zu Buche schlagen wird.

Die Schulleiterin, seit 2015 im Amt, informierte jetzt über den aktuellen Stand der Arbeiten, die mit dem teilweisen Abriss der alten „Kersche“, einem der ehemaligen Grundschulgebäude an der Kerschensteinerstraße, im Oktober 2017 begonnen hat.

Die GSH: aktuell Hamburgs größte Schule

Mit 1720 Schülern und einem Kollegium, dem rund 200 Lehrer angehören, ist die GSH an der Eißendorfer Straße aktuell die größte Schule in ganz Hamburg: „Wir wechseln uns da ab mit der Julius-Leber-Schule “, sagt Vicky-Marina Schmidt – mal sei die Schule in Schnelsen auf Platz eins, mal sei es ihre in Harburg. Fakt ist: der Platzmangel gehört längst zur GSH wie das Frühjahr zu den Jahreszeiten. Am Ende war die Not so groß, dass sie ein Schul-Rochade in Gang setzte und besagte „Kersche“ im Sommer 2017 an die Baererstraße umziehen musste. Dort war noch bis April des gleichen Jahres die Sprachheilschule des Regionalen Bildungs- und Beratungszentrums Harburg untergebracht. Deren neuer Standort ist seither an der Schwarzenbergstraße, unter einem Dach mit der dortigen Förderschule.

Planungen laufen schon seit 2002

Was solche Wellen schlägt, will gut vorbereitet sein. Die Planungen für Erweiterung und Sanierung der GSH laufen seit 2002. „Als ich 2015 mein Amt antrat, war der Architekten-Wettbewerb entschieden“, erinnert sich Schulleiterin Schmidt. Sie ist froh, dass sie schon über reichlich Erfahrung verfügte, als sie vor vier Jahren nach Harburg kam. Sie hatte da schon zwei Jahre lang die Bugenhagenschule und fünf Jahre die Wichern-Schule geleitet und weiß, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Will sagen: „Ich hab mich von Anfang an bemüht, den Druck rauszunehmen.“

Denn natürlich sind Planungen immer wieder über den Haufen und geändert worden. So war ursprünglich vorgesehen, mit dem Neubau an der Eißendorfer Straße zu beginnen. Der mit 3,9 Millionen Euro kalkulierte Bau beschert der GSH nicht nur einen neuen Haupteingang, sondern auch eine multifunktionale Mensa, die als erweiterte Aula genutzt werden kann, mit einer Einfeld-Sporthalle im Obergeschoss, die nach Fertigstellung auch von den Vereinen genutzt werden soll.

Tatsächlich ist aber mit dem Bau der Fachklassengebäudes an der Kerschensteinerstraße sowie der Sanierung des benachbarten Altbaus begonnen worden, der ebenfalls zur „Kersche“ gehörte. So gewinnt die GSH viel früher dringend notwendigen Platz. Noch vor den Sommerferien soll das Fachklassengebäude mit Räumen für den Biologie-, Physik- und Chemieunterricht bezogen werden, und auch die 5. und 6. Klassen in die dann sanierten Räume des benachbarten Altbaus wechseln. Die Schulleiterin schwärmt schon jetzt: „Das ist genial.“ Denn sämtliche Flure sind so gestaltet, dass sie als Differenzierungsflächen mit genutzt werden können: „Das ermöglicht moderne Formen des Lernens“, sagt Schmidt. Eigenständiges Arbeiten könne auf diese Weise viel besser gefördert werden.

Oberstufe bleibt am Standort Bunatwiete

Die nächste Phase der Bauarbeiten startet dann nach den Sommerferien. Dann geht es an die Sanierung der zwölf Räume in dem Gebäude an der Bennig­senstraße. Hier wie auch in den anderen GSH-Gebäuden gilt es zum Beispiel, die einzelnen über das Gelände verstreuten Fachräume so umzugestalten, dass sie künftig als reguläre Klassenräume genutzt werden können. Dass in der ganzen Zeit der Schulbetrieb möglichst ungehindert weiterlaufen kann, ist in erster Linie eine logistische Herausforderung: „Das ist Frickelarbeit“, sagt Vicky-Marina Schmidt.

Vom Tisch ist inzwischen der Plan, den Standort Bunatwiete aufzugeben. Lange war davon die Rede, dass die rund 500 Oberstufenschüler, die dort unterrichtet werden, an den Hauptsitz der GSH zurückkommen sollten. Doch daraus wird nun nichts, sehr zur Freude der Schulleiterin: „Weil wir wissen, dass die Zahl der Schüler in Harburg wächst, bleibt die Oberstufe, wo sie ist.“

1500 Quadratmeter mehr Nutzungsfläche

Offen ist allerdings noch, wann mit den Arbeiten an dem neuen Gebäude mit Haupteingang, Multifunktions-Mensa und Sporthalle begonnen wird: „Da befinden wir uns noch in der Abstimmung.“ Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten in zwei Jahren abgeschlossen sein.

Dann, das hofft, Vicky-Marina Schmidt, wird auch das 5000 Quadratmeter große Außengelände („Eine graue Wüste“) nicht wiederzuerkennen und stattdessen schön grün und u. a. mit kleinem Amphitheater und Kletterparcours ausgestattet sein und die GSH insgesamt schöner und größer – um 1500 Quadratmeter Gebäudenutzungsfläche.

40 Jahre Erfahrung

1979 wurde die Goethe-Schule-Harburg mit integrierter gymnasialer Oberstufe gegründet. Im Zusammenhang mit der Schulreform wurde die GSH zum Schuljahr 2010/2011 von Gesamtschule Harburg in Stadtteilschule Harburg umbenannt. Zwei Jahren später die nächste Umbenennung: zur Goethe-Schule-Harburg.