Harburg
Kundenzentrum

Finkenwerder verwaltet sich nun wieder selbst

Falko Drossmann, Markus Schreiber, Ralf Neubauer (v.l.) beim hissen der Fahne vor dem Kundenzentrum

Falko Drossmann, Markus Schreiber, Ralf Neubauer (v.l.) beim hissen der Fahne vor dem Kundenzentrum

Foto: Lars Hansen / xl

Das Kundenzentrum ist im ehemaligen Ortsamt untergekommen und hat auch fast wieder die alten Kompetenzen.

Finkenwerder. Das hatte Bezirksamtsleiter Falko Drossmann versprochen: „An dem Tag, an dem alle Dienststellen, die das Bezirksamt Mitte in Finkenwerder hat, wieder am Butendeichsweg unter einem Dach arbeiten, werde ich persönlich die Hamburger Flagge vor dem Amtsgebäude hissen.“ Diese Woche war es so weit: Das Kundenzentrum hatte den Dienst aufgenommen, der Allgemeine Soziale Dienst ebenfalls und auch die Wegewarte und der schulärztliche Dienst hatten sich ins alte Ortsamt verlegt.

Falko Drossmann hisste die Flagge gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Regionalausschusses Finkenwerder, Ralf Neubauer (SPD) und mit dem Finkenwerder Bürgerschaftsabgeordneten, und Drossmanns indirektem Amtsvorgänger Markus Schreiber (SPD). Letzterer hat nicht unerheblichen Anteil an der Umzugsaktion.

Kundenzentrum mit Deck-Sharing-Modell

Schreiber war Bezirksamtsleiter von Hamburg Mitte, als Bürgermeister Ole von Beust 2007 die Hamburger Ortsämter auflöste. Schreiber wohnte damals selbst auf Finkenwerder. Er setzte bei der Finanzbehörde durch, dass zumindest Meldeangelegenheiten noch im Stadtteil erledigt werden können und der Allgemeine Soziale Dienst hier ansprechbar bleibt, auch wenn die örtliche Verwaltungsebene weggefallen war.

Wenn man jetzt mittwochs seinen Reisepass abholt, kann man als Finkenwerder schon mal voller Fernweh auf die Schiffe im Hauptfahrwasser der Elbe gucken. Melde-und Passangelegenheiten sind nur mittwochs möglich. Dienstags und donnerstags sind in denselben Büros an denselben Schreibtischen die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes tätig. Deck-Sharing nennt sich das Modell. „Nur so können wir das Anmieten dieser Räume leisten“, sagt Drossmann.

Außer den Büros sind auf dem Stockwerk noch ein Sitzungsraum und eine Kindertagesstätte untergebracht. Die Sitzungen des Regionalausschusses Finkenwerder finden künftig ebenfalls mit Elbblick statt. Fast könnte man den Sitzungsraum für einen kleinen Ratssaal halten. Der Regionalausschussvorsitzende Ralf Neubauer freut sich – nicht nur über den Saal. „Es ist gut und bürgerfreundlich, alle Ämter an einem zentralen Ort zu haben“, sagt er, besonders freue mich aber, dass wir hier eine neue Kita begrüßen können.Kindertagesstätten sind im Stadtteil Mangelware.

Einige Wochen lang mussten die Finkenwerder allerdings auf alle Dienstleistungen verzichten. Die alten Räume waren angemietet, die neuen fertig – nur die Netzwerkleitungen des städtischen IT-Dienstleisters Dataport waren noch nicht so weit. Seit zwei Wochen läuft jetzt alles zur Zufriedenheit der Beamten. Zeit also, die Flagge zu hissen.