Harburg
„Sea Watch“

"Sea-Watch"-Lebensretter haben ein neues Schiff

Aus dem britischen Fischereiaufsichtsschiff „Clupea“ wird das Flüchtlingsrettungsschiff „Sea Watch 2“

Aus dem britischen Fischereiaufsichtsschiff „Clupea“ wird das Flüchtlingsrettungsschiff „Sea Watch 2“

Foto: Lars Hansen / xl

Das ehemalige Forschungschiff liegt in der Este. Es soll die "Sea Watch I" im Mittelmeer bei der Rettung von Flüchtlingen unterstützen.

Noch heißt das 33 Meter lange Schiff, das neben dem Este-Sperrwerk bei der Pella-Sietas-Werft liegt, „Clupea“. Das ist kein bildungsbürgerlicher Frauenname sondern Biologenlatein für „Hering“. Bislang passte das auch, denn die Clupea erforschte im Auftrag der britischen Fischereiaufsicht die Fauna der Nordsee.

An der Este wird aus der „Clupea“ die „Sea Watch 2“ . Statt in der Nordsee Fischbestände zu erfassen, wird sie im Mittelmeer Menschen retten. Die „Sea Watch 1“, ein ehemaliger Fischkutter, war im vergangenen Jahr ins Mittelmeer ausgelaufen, um vor der libyschen Küste Flüchtlingen zu helfen, die in Seenot geraten sind. 2000 Menschen retteten die ehrenamtlichen Crews. Auch die Organisation dahinter ist rein ehrenamtlich, von Privatleuten organisiert, und durch Spenden finanziert.

Bei der Mission vor Libyen wurde den Leuten von der „Sea Watch“ schnell klar, dass ihr Schiff zu klein war. Außerdem muss die Sea Watch 1 im Winter im Hafen bleiben. Die Noch-„Clupea“ ist wesentlich robuster und auch größer. Sie soll aber nicht einfach die „Sea Watch 1“ ersetzen, sondern ergänzen. Wichtigste Neuerung wird eine medizinische Behandlungsstation sein. Auf der „Sea Watch 1“ mussten Verletzte noch auf dem Salontisch verarztet werden.