Crowdfunding

Sea-Watch will zweites Schiff für Flüchtlingshilfe kaufen

Das Forschungsschiff "Clupea" liegt noch im britischen Lowestoft. Es soll in Hamburg umgebaut werden

Das Forschungsschiff "Clupea" liegt noch im britischen Lowestoft. Es soll in Hamburg umgebaut werden

Foto: Sea-Watch

Das ehemalige Forschungsschiff „Clupea“ soll in Hamburg zur „Sea-Watch 2“ umgebaut werden. Jetzt werden Spender gesucht.

Hamburg.  Die private Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Watch bekommt ein zweites Rettungsschiff. Noch in diesem Jahr solle ein Schiff gekauft werden, das größer, schneller und flexibler einsetzbar sei, teilten die Initiatoren am Dienstag mit. Das Schiff wird in Hamburg zum Einsatzschiff „Sea-Watch 2“ umgebaut. Finanziert werden soll es über eine Crowdfunding-Aktion.

Für das Schiff und den nächsten Einsatz kalkuliert das Sea-Watch-Team Kosten in Höhe von 550.000 Euro.

“Die ,Sea-Watch 2’ ist unsere Antwort auf das Versagen der europäischen Politik, die das Sterben auf dem Mittelmeer nach wie vor zumindest duldet”, sagte Sea-Watch Initiator Harald Höppner. Bereits ein Jahr nach der Gründung habe Sea-Watch mit einem alten, umgebauten Fischkutter vor der Küste Libyens mehr als 2000 Menschen aus Seenot gerettet.

Zweites Schiff in der „Sea-Watch“-Flotte soll die „Clupea” werden, ein 33 Meter langes, ehemaliges Forschungsschiff. Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll sie aus Lowestoft in Großbritannien nach Hamburg überführt werden.

“Wir sind im vergangenen Jahr auf den Rettungseinsätzen immer wieder an technische Grenzen gestoßen”, sagt „Sea-Watch“-Skipper Ingo Werth. Die „Sea-Watch 2“ biete die Mögichkeit, ganzjährig Einsätze zu fahren. Eine Wärmebildkamera soll es ermöglichen, bei Nacht zu operieren und Flüchtlingsboote besser zu orten. Die wohl wichtigste Neuerung an Bord werde eine Behandlungsstation für Verletzte sein.

Die Aktivistengruppe um den aus Brandenburg stammenden Initiator Höppner hatte die Initiative “Sea-Watch" im Frühsommer mit einem umgebauten niederländischen Fischkutter aus dem Jahr 1917 vor der libyschen Küste gestartet. Im Herbst wechselten sie in die Ägäis vor die türkische Küste.

( mik/dpa )

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