Harburg
Seevetal

Fraktionen begrüßen Oertzens Fachmarkt-Idee

Klaus-Dieter Kirchhoff, Ortsbürgermeister von Bullenhausen, an der Flutschutzmauer, die durch die Straße Südstrand geht

Klaus-Dieter Kirchhoff, Ortsbürgermeister von Bullenhausen, an der Flutschutzmauer, die durch die Straße Südstrand geht

Foto: Christiane Tauer

Seevetals Bürgermeisterin möchte die Ansiedlung eines Technik-Riesen in Maschen ermöglichen. Parteien stimmen den Plänen weitgehend zu.

Seevetal.  Die Pläne von Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen , ein Fachmarktzentrum, möglicherweise mit einem Elektronikmark t, in Maschen anzusiedeln (das Abendblatt berichtete exklusiv), stoßen bei der Politik auf Zustimmung. Wichtig ist den Vorsitzenden aller Fraktionen vor allem, im Vorfeld genau zu klären, wie der Verkehr in dem Gebiet rund um die schon jetzt sehr belastete Abfahrt der Autobahn 39 in Maschen neu geregelt werden kann.

„Wir müssen uns nun rasch mit der Verwaltung einigen, welcher Schritt als nächstes getan wird“, sagt Walter Schulz, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Seevetaler Gemeinderat. Sonst behindere einer den anderen und ein möglicher Investor verliere die Geduld. „Der Idealfall ist, dass wir die Fläche vorab entwickeln“, findet er. Dann verblieben ein bis zwei Jahre für die Planung – ein ausreichender Zeitrahmen.

Anders als beispielsweise Buchholz, dwo man das Gewerbegebiet am Trelder Berg zuerst fertiggestellt und dann nach Interessenten gesucht habe, gehe Seevetal kleinteiliger vor und habe in den vergangenen Jahren kein komplettes Gebiet neu errichtet. „So begrenzen wir das Risiko für den Haushalt“, sagt Schulz.

Für die Entwicklung des Gebiets um die A-39-Abfahrt Maschen hatte Bauamtsleiter Gerd Rexrodt zum Beispiel von Millionenbeträgen gesprochen, denn neben dem Verkehr muss dort auch die Oberflächenentwässerung neu geregelt werden. Der Nachteil bei einem kleinteiligen Vorgehen ist jedoch, dass interessierte Firmen nicht von heute auf morgen eine Fläche bekommen können.

Aktuell hat die Gemeinde Seevetal im Gewerbegebiet am Beckedorfer Bogen nur noch eine einzige freie Fläche von 1400 Quadratmetern im Angebot, die Nachfrage ist jedoch weitaus größer. Was Maschen betrifft, betont Schulz, dass man genau hinschauen müsse, welches Unternehmen sich dort ansiedeln soll – und liegt damit grundsätzlich auf einer Linie mit Klaus-Dieter Kirchhoff.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion betrachtet die Sache dennoch etwas kritischer. Wenn dort beispielsweise ein Elektrofachmarkt entstehen solle, müsse der den Kunden auch etwas bieten, findet er. „Winsen hat so einen Markt, Harburg auch, warum sollte zum Beispiel jemand aus Stelle auf einmal nach Maschen fahren?“ Auch einen Baumarkt, der für das Areal ebenfalls im Gespräch ist, sieht er mit gemischten Gefühlen. „Es hilft uns nicht, wenn jemand kommt und dann in zwei bis drei Jahren wieder wegzieht, weil es sich nicht lohnt.“

Gleichwohl betont er, dass seine Fraktion offen für alles sei, aber auch sehen wolle, welche Interessenten es noch geben, und zwar nicht nur für Maschen, sondern auch für Ramelsloh, Hittfeld oder Fleestedt. Er halte zum Beispiel auch größere Handwerksbetriebe für geeignet, zumal Seevetal nicht nur auf die Gewerbesteuer setzen solle, die neue Firmen bringen. „Gute Arbeitskräfte sind ebenso wichtig, denn die zahlen Einkommenssteuer.“

Die Freien Wähler können sich einen Elektrofachmarkt in Maschen durchaus vorstellen, die Fläche sei ideal, sagt Fraktionsvorsitzender Willy Klingenberg. „Aber es ist ja nicht immer so, dass wir uns das aussuchen können.“ Wichtig ist aus seiner Sicht zudem, die verkehrliche Situation zu überarbeiten.

„Die Straße rund um die Autobahnabfahrt steht ja schon jetzt vor dem Kollaps.“ Bevor man sich aber nur auf Maschen konzentriere, möchte er den Blick auch auf die anderen Gemeindeteile lenken. Die Erweiterung der Gewerbeflächen in Hittfeld am Bauhof halte er für sinnvoll, ebenso neue Flächen nahe der Autobahnabfahrt Hittfeld. Für die Grünen gibt es bei Gewerbeflächen in Maschen ebenfalls keinen Dissens – zumindest solange es um das Teilstück von der Autobahnabfahrt gen Ortsmitte geht.

Diese Zwischenfläche habe aus Naturschutzsicht kaum Bedeutung, sagt der Fraktionsvorsitzende Kay Kelterer. Einzig für den Umzug des Aldi-Zentrallagers von Ohlendorf nach Maschen, der schon einmal im Raum stand, hätten die Grünen eine Ausnahme machen wollen. Wie die anderen Fraktionen auch, bewerten sie vor allem den Verkehr in Maschen als das große Problem.