Harburg
Wortspielereien

Ausrutscher und Überraschungen

Foto: Corinna Panek / HA

Neue Ausstellung „Slip“ ist ab Sonntag im Buchholzer Kunstverein zu sehen: Sechs Künstler aus London unter einem Dach

Buchholz.  „Slip“ hat viele Bedeutungen – während die Deutschen dabei am ehesten an Unterwäsche denken, steht das Wort in englischer Sprache zunächst für „Ausrutscher, Missgeschick“, hat aber davon abgesehen noch eine Reihe von anderen Bedeutungen. Um Missverständnisse, Scheinbarkeiten und Doppeldeutigkeiten dreht sich die Ausstellung „Slip“, die am Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr im Kulturverein Buchholz eröffnet wird. Kurator Rudolf Reiber hat dazu neben eigenen Objekten Arbeiten von sechs Künstlern, die er während seiner mehrjährigen Tätigkeit in London kennengelernt hat, zusammengestellt.

So verwirrt den Zuschauer das Plakat „Diese Zeichnung ist hier umgekehrt abgebildet“ – denn die Schrift ist in Leserichtung aufgehängt. „Tatsächlich hat Maria Theodoraki die Buchstaben überkopf gezeichnet“, sagt der Kunstvereinsvorsitzende Sven Nommensen. Angus Braithwaite huldigt dem König des Waldes, der Eiche. Dabei stammt der Spruch aus einem Baumarktprospekt. „Die Deutsche Eiche ist ein Mythos. Aber die Englische Eiche genauso“, sagt Reiber.

Simon Patterson vertauscht Dinge: Reiterstandbilder etwa. Würde es heute noch jemandem auffallen, wenn Friedrich III. von Preußen mit dem griechischen General Karaiskakis die Plätze tauscht? Ein Hingucker ist auch sein Londoner U-Bahnplan, der sämtlichen Stationen neue Namen gibt, von Schauspielern, Fußballstars, Komponisten, Erfindern oder Heiligen. Hier kann man von Da Vinci Richtung Nietzsche umsteigen. Ein weiteres Bild zeigt nur den Namen Harry Houdini – der berühmte Entfesselungskünstler. „Bedingung war, dass ich ihm eine Kiste baue“, sagt Rudolf Reiber. Die Kiste steht davor, fest verschlossen. „Wie Houdini da raus gekommen ist, weiß ich noch nicht“, sagt Reiber. Er selbst hat das Manuskript zu Ingmar Bergmans Film „Das Schweigen“ in Braille-Schrift übersetzt. Und hinter Glas gepackt. „Somit kann es gar keiner mehr lesen.“ Der Rest ist Schweigen.

„SLIP“, bis 15. November, Kirchenstraße 6. Workshop am Sonnabend, 17. November, Infos und Anmeldung 04181/3800868