Eröffnung

Neu Wulmstorf hat endlich eine Skateranlage

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Bianca Wilkens
Zur Eröffnung des Neu Wulmstorfer Skater-Parks gab es für die jungen Aktiven einen Bunnyhop-Wettbewerb

Zur Eröffnung des Neu Wulmstorfer Skater-Parks gab es für die jungen Aktiven einen Bunnyhop-Wettbewerb

Foto: Gemeinde Neu Wulmstorf

Skater und BMX-Fahrer sind zufrieden. Die jahrelange Bauverzögerung hat unter anderem auch mit dem Wachtelkönig zu tun.

Neu Wulmstorf.  Es ist nicht immer so, dass die Politik auf Jugendliche hört. Doch beim Bau der Skateranlage in Neu Wulmstorf war die Beteiligung der Skater, BMX- und Scooter-Fahrer richtungsweisend. So sehr, dass es die jungen Neu Wulmstorfer selbst überrascht. „Ich dachte, die Anlage würde viel kleiner werden“, sagt der Abiturient Fritz Weise, 18, aus Neu Wulmstorf. Der Jugendpfleger Eick Elvers lacht, als er das hört: „Sie ist größer geworden, weil ihr es so wolltet“, sagt er.

Am Mittwochabend wurde die Anlage an den Wulmstorfer Wiesen mit etwa 100 Gästen, darunter rund 50 jugendliche Skater, eröffnet. Es regnete zwar, so dass es zu gefährlich war, die Elemente zu nutzen, aber die Gemeindeverwaltung improvisierte mit einem Bunnyhop-Contest, einem Hindernisspringen über eine Limbostange, in drei Kategorien. Die Skater, Scooter und BMX-Fahrer konnten so Preise im Wert von 300 Euro gewinnen.

Jugendpfleger Eick Elvers ist froh, dass das Kapitel Skateranlage endlich abgeschlossen ist. „Ich dachte schon, dass ich es nicht mehr erleben werde“, sagt er. Eigentlich ist eine Skateranlage keine große Sache, nichts, was Bauplaner überfordern könnte oder viel Zeit braucht, vorausgesetzt, sie liegt nicht gerade mitten im Wohngebiet. Der Neu Wulmstorfer Standort wurde klug gewählt: im Gewerbegebiet an der Bundesstraße 3 neu zwischen Aldi und dem Lager von Jack Wolfskin.

Dennoch dauerte es drei Jahre bis zum Bau der Anlage. Schon im Dezember 2011 beauftragte die Politik die Neu Wulmstorfer Verwaltung, einen neuen Standort für eine Skateranlage zu suchen. Denn den Skatepark auf dem ehemaligen ÜNH-Gelände an der Wulmstorfer Straße nahmen die Jugendlichen nicht an: zu weit weg, zu viele Rillen aufgrund des gepflasterten Untergrunds. „Der Boden war richtig hubbelig. Das machte es viel zu anstrengend, darüber zu fahren“, sagt Fritz Weise. „Für Skater war die Anlage völlig uninteressant.“

Hinzu kam der weite Weg zur Wulmstorfer Straße. „Bei einer unattraktiven Anlage nehmen die Jugendlichen den nicht in Kauf“, sagt Eick Elvers. „Dann wurde gesucht, gesucht und gesucht.“ Fündig wurde die Gemeinde Neu Wulmstorf im Sommer 2012. Die LEG Schleswig-Holstein, Träger des Neubaugebiets Apfelgarten, bot die Fläche an den Neu Wulmstorfer Wiesen an. Dennoch brauchte es weitere drei Jahre, bis die Anlage endlich stand.

Weitere Hindernisse galt es zu nehmen: Ausnahmeregelungen seitens des Landkreises und die Anbauverbotszone an der Bundesstraße 3 neu, die die Anlage im Norden beschränkt. Vor allem aber – und darüber schmunzeln viele Neu Wulmstorfer – war der Wachtelkönig Schuld an der Bauverzögerung. Der Skatepark liegt am EU-Vogelschutzgebiet. Daher musste geprüft werden, ob der Lärm der Skater die Vogelwelt belästigt. Anders ausgedrückt: Die Planer mussten nachweisen, dass die Skater dem Wachtelkönig nicht zu laut werden, obwohl schon die Autos auf der B 3 neu vorbeirauschen und auch die S-Bahn-Trasse nicht weit ist. Schließlich gelang es Christian Heß, Landschaftsarchitekt von IPP Possel & Partner aus Kiel, nachzuweisen, dass die Skater keinen zusätzlichen Stress für die Vogelwelt verursachen.

Ende gut, alles gut. Die Jugendlichen haben jetzt das, was sie sich wünschten. In ihren Forderungen zur Gestaltung der Anlage orientierten sich die Skater und BMX-Fahrer vor allem am Skatepark in Buxtehude als Basis. „Wir wollten aber auch was Individuelles haben“, sagt Russell Gutierrez, 17, aus Neu Wulmstorf. Dazu zählt etwa die Fun-Box, eine Rampe mit Absprung- und Landemöglichkeit. „Man kann über sie hinüberspringen, landet weich und kann ausfahren“, sagt Russell Gutierrez. Weitere Elemente: Curb, Pyramide, Quarter Pipe mit Table. Zwar ist der Park alles andere als großräumig. Wer so etwas sucht, weicht aber ohnehin in den Skatepark IGS Wilhelmsburg aus. „Für einen Park im Dorf ist die neue Anlage in Neu Wulmstorf voll ok“, sagt Suny Plasger, 17.

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