Harburg
"Schenke eine Ziege"

Harburger Schüler helfen Familien in Uganda

 (oben, von links) freuten sich gemeinsam mit den Schülern der Projektgruppe über den Spendenerfolg

(oben, von links) freuten sich gemeinsam mit den Schülern der Projektgruppe über den Spendenerfolg

Foto: hsp_hr3@wmg.loc / HA

„Schenke eine Ziege“ hieß das Projekt, bei dem 2000 Euro zusammen kamen. Dafür werden 84 Tiere nach Afrika geschickt.

Harburg.  Der Jubel war groß, als in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Harburg die Stunde der Zahlen war. Dort fand der feierliche Abschluss einer Spendenaktion statt, bei der Schüler sich mehrere Monate lang für ein ganz besonderes Hilfsprojekt in Uganda engagiert hatten. „Schenke eine Ziege“ nennt sich ein gemeinnütziger Verein, der Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Mehr als 2000 Euro sammelten die Schüler ein, für das Geld werden nun 84 Ziegen gekauft. Sie sind ein wichtiger Baustein, mit dem sich Bedürftige in dem afrikanischen Land eine Existenz aufbauen und ihre Familien versorgen können. Die Menschen in dem Land leben in großer Armut. Eine Frau versorgt im Schnitt sieben Kinder, das Durchschnittseinkommen einer Familie beträgt im Schnitt gerade einmal 70 Cent.

Seit zehn Jahren setzt sich der Verein für die Förderung von Menschen in Uganda ein

„Das Ergebnis ist einfach phänomenal”, freute sich Carl-Gerold Mende, Projektkoordinator des gemeinnützigen Vereins, der eigens zur Übergabe der Spendenurkunde aus Ottersweier in Süddeutschland anreiste. Seit knapp zehn Jahren setzt sich der Verein für die soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Förderung von Menschen in Uganda ein. Vor Ort sorgt die Organisation „Give a Goat” dafür, dass mit den Spenden aus Deutschland Straßen gebaut, Obstbäume gesetzt oder auch Mais und Kochbananen angepflanzt werden können.

Weiterhin organisiert „Give a Goat“ Schulbildung, kümmert sich um Gesundheitsversorgung und unterstützt Kleinbauern mit Mikrokrediten. Ein Projekt, dass den Harburger Lehrerinnen Sara Kühn und Wiebke Larink für ihren Aktionstag am Gymnasium wie geschaffen vorkam. Sie überzeugte vor allem das große Identifikationspotenzial: „Es ist ein ganz junger Verein, der dabei hilft, dass Menschen in Uganda lernen, sich selbst zu helfen“, sagte Sara Kühn.

Schüler entwickelten ein eigenes Crowdfunding-Konzept

Bei den Schülern kam das Projekt sofort an und sie beschlossen, Geld für Ziegen zu sammeln. 25 Euro kostet ein Tier, schon am Projekttag selbst kam Geld für die ersten „Spendenziegen“ zusammen. Anschließend entschieden sich die Schüler, weiterzumachen. Sie entwickelten ein eigenes Crowdfunding Konzept mit dem Ziel: „Möglichst vielen Familien in Uganda verbesserte Lebensumstände zu ermöglichen”, sagte die Neuntklässlerin Pia von den Benken. Damit so viele Spenden wie möglich zusammen kamen, wurden die Schüler des Harburger Gymnasiums mächtig kreativ und entwickelten für ihr Crowdfunding witzige Verkaufsstrategien. Eine war das sogenannte „Ziegometer“, bei der jeder Spender einen Namen für seine Ziege auswählen durfte: „Das hat die Leute total begeistert“, berichtete die Neuntklässlerin Thabea Thorwarth. „Zieginator“, „Miss Marple“, „Borat“ oder „Dr. Kevin“ – die Fantasie der Spendefreudigen war schier unerschöpflich. „Einer taufte seine Ziege Hakuna Matata – das sorgenfreie Leben – passend oder?“, erzählt die junge Schülerin weiter. Die Resonanz auf das Projekt war riesengroß, die Schüler freuten sich um so mehr: „Die Leute sind teilweise von allein auf uns zugekommen. Alle wollten sich beteiligen“, sagte Tomke Döllefeld aus der achten Klasse.

Immanuel-Kant-Gymnasium erzielte die höchsten Einnahmen

Die 84 Ziegen, die mit dem Spendengeld gekauft werden können, geben den Menschen dort Hoffnung und die Perspektive auf eine Zukunft: „Durch die Ziegen können die Menschen ihre eigene Milch verkaufen und so die Schulbildung ihrer Kinder finanzieren – das gefällt mir an dem Projekt besonders“, unterstrich Tomke Döllefeld weiter.

Das Engagement der Harburger Schüler hat sich auch für sie selbst ausgezahlt: Unter allen teilnehmenden Schulen erzielten das Immanuel-Kant Gymnasium mit Abstand die höchsten Einnahmen und kann mit Recht stolz auf den Erfolg sein. Für die Schüler der Projektgruppe ein großes Kompliment und Motivation, weiter zu machen. Denn auch die kleinen Taten zählen oder wie es Mende formulierte: „Man muss nicht gleich die Welt retten um eine Verbesserung zu erzielen.“