Harburg
Heimfeld

Erste Flüchtlinge in Harburger Krankenhaus eingezogen

Flüchtlinge ziehen mit ihren Neugeborenen in die Asklepios Klinik in Harburg

Flüchtlinge ziehen mit ihren Neugeborenen in die Asklepios Klinik in Harburg

Foto: Fabian Grimm / HA

Im früheren Bettentrakt der Herzstation sollen insgesamt 90 Flüchtlinge unterkommen, die medizinisch versorgt werden müssen.

Harburg.  „Welcome“ stand über der Eingangstür, Ballons baumelten neben dem bunten Schriftzug. Seit vielen Tagen liefen die Vorbereitungen im Harburger Asklepios Krankenhaus. 90, Flüchtlinge, die auf spezielle medizinische Unterstützung angewiesen sind, sollen dort untergebracht werden. Am gestrigen Freitag sind die ersten 22 nun eingezogen.

Das AKH fungiert als Zweigstelle der Erstaufnahme am Schwarzenberg. „Wir übernehmen hier behinderte oder kranke Flüchtlinge, genauso wie Schwangere oder Frauen die gerade entbunden haben“, erklärt Marco Walker, Geschäftsführender Direktor der Klinik. Die medizinische Versorgung steht im Fokus.

Jeder wird nach seiner Ankunft ärztlich untersucht und anschließend bedarfsgerecht weiter betreut. Insbesondere für die werdenden Mütter und Mütter mit Neugeborenen ist diese Versorgung sehr wertvoll. „Heute sind schon zwei alleinstehende Frauen mit vier Wochen alten Babys eingezogen. Die wären im Flüchtlingslager vollkommen falsch aufgehoben gewesen“, sagt Marco Walker.

Die administrative Versorgung, also beispielsweise Fragen zu Asylanträgen, wird jedoch auch weiterhin über Sozialarbeiter des Flüchtlingslagers am Schwarzenberg abgewickelt. Die Harburger Klinik bemüht sich aber, ein Freizeitprogramm für die neuen Gäste aufzubauen.

Diese Aufgabe wurde vor allem Daniela Behrend, Assistentin von Narco Walker, übertragen. Sie koordiniert die freiwilligen Helfer. „Wir haben die Anwohner der umliegenden Straßen zu einem Informationsabend eingeladen, um Abläufe zu erklären und eventuelle Ängste zu beheben“, erzählt die 54-Jährige. Doch das war gar nicht nötig.

„Die Harburger sind Multikulti einfach gewöhnt. Sie fanden es gut, dass die Flüchtlinge hier richtige Zimmer bekommen. Eine Unterbringung in Zelten halten viele dauerhaft für unwürdig.“ Ungefähr 15 der Anwohner haben sich sogar entschlossen, Daniela Behrend bei der Freizeitgestaltung zu unterstützen. Komplementiert wird dieses Team von circa 45 Mitarbeitern der Klinik. Daniela Behrend freut sich über dieses Engagement.

Für Sonntag ist bereits ein Rundgang durch Heimfeld geplant, um den Neuankömmlingen zu zeigen, wo sie einkaufen können, wo es Spielplätze gibt und wo man Sport machen kann. Die Helfer haben aber auch noch jede Menge weitere Ideen. Es soll ein Basis-Deutschkurs angeboten werden, um den Flüchtlingen den Alltag in Deutschland zu erleichtern.

Auch handwerkliche und sportliche Angebote sind angedacht. Ziel ist, den Asylbewerbern einen Einblick in die Deutsche Kultur zu verschaffen und sie mit dem Fremden vertraut zu machen. „Wir wollen ihnen einfach den Einstieg in ihr neues Leben erleichtern“, sagt Daniela Behrend und trifft es damit auf den Punkt.

In voraussichtlich zehn Tagen werden alle verfügbaren Plätze der Klinik belegt sein. Um eine gute Betreuung weiterhin zu gewährleisten, freut sich das AKH über freiwillige Mithilfe oder Spenden. Besonders Spielzeug wird benötigt, Kleidung gibt es momentan wiederum genügend. Wenn Sie auch etwas spenden möchten, können Sie sich über Welcome.Harburg@Asklepios.com an die Einrichtung wenden.