Harburg
Seevetal

Gartencenter zieht nicht vor 2018 nach Emmelndorf

Carsten Matthies in seinem Gartencenter in Hittfeld

Carsten Matthies in seinem Gartencenter in Hittfeld

Foto: Fabian Grimm / HA

Die Planungen für den Umzug nach Emmelndorf laufen, doch das Land Niedersachsen muss der Erweiterung noch zustimmen.

Hittfeld.  Noch ist kein Umzugskarton gepackt, obwohl das Hittfelder Gartencenter Bellandris Matthies bereits vor einem Jahr seine Umzugspläne der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Von der Straße „An der Reitbahn“ soll es an die Hittfelder Landstraße gehen. Die Gemeinde Seevetal ist derzeit dabei, einen Bebauungsplan zu erstellen, in dessen Zuge auch mehrere Gutachten eingeholt werden müssen. „Es ist alles im Fluss, wir planen mit einer Eröffnung im Jahr 2018“, sagt Geschäftsführer Carsten Matthies.

Was genau gemacht werden muss, damit das Gartencenter den neuen Standort in drei Jahren beziehen und seine Verkaufsfläche von 10.000 auf 17.000 Quadratmeter erhöhen kann, erläutert Seevetals Bauamtsleiter Gerd Rexrodt: „Die Zentrenverträglichkeit ist dabei das Hauptthema.“ Damit meint er die Frage, ob das Gartencenter, zu dessen Sortiment unter anderem Pflanzen, Rasenmäher, Gartenmöbel und Dekoartikel gehören – sogenannte Güter des aperiodischen Bedarfs für eine weiterführende Versorgung –, auch in seiner neuen Form in das System der Landesraumplanung passt.

Bedenken gebe es laut Rexrodt eigentlich nicht, da die Güter der weiterführenden Versorgung den überörtlichen Bedarf der Bevölkerung decken sollen. Das Gebiet, das gemäß der Raumplanung zu Seevetals Funktion als Mittelzentrum gehört, reicht von Rosengarten im Westen bis Stelle im Osten sowie von der Hamburger Landesgrenze im Norden bis nach Egestorf im Süden. „Dort leben etwa 68.000 bis 70.000 Einwohner“, sagt Rexrodt. Aufgabe eines von Matthies in Auftrag gegebenen Gutachtens sei es nun zu klären, ob die Kaufkraft, die das Gartencenter auslöst, zu diesem Verflechtungsbereich passt.

Trotzdem wählt der Bauamtsleiter seine Worte mit Bedacht, denn erst vor Kurzem hat die Gemeinde in einem anderen Fall einen Dämpfer aus der Landeshauptstadt Hannover kassieren müssen. Die Erweiterung von Knolles Markt und die Aldi-Ansiedlung in Ramelsloh wurde vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium höchstpersönlich ausgebremst, da sie den Vorgaben der Raumordnung widersprach. Dabei handelte es sich jedoch um Lebensmittelmärkte, also um Unternehmen mit sogenannten Gütern periodischen Bedarfs, für die andere Regeln als für Gartencenter gelten.

Den Umzug von Matthies bis zum Jahr 2018 hält auch Rexrodt für machbar. Zugleich weist er darauf hin, dass die Planungen erneut der Politik und auch den Bürgern vorgestellt werden, damit auch sie ihre Bedenken äußern können. Ein Sorge hat zumindest Norbert Fraederich, CDU, schon jetzt. Der Ortsbürgermeister von Hittfeld, Emmelndorf, Helmstorf und Lindhorst setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass der im Zuge des Gartencenter-Neubaus geplante Kreisel an der Einmündung zur Emmelndorfer Straße Radfahrern und Fußgängern Vorrang bietet. Nur so könnte die notwendige Verbindung zwischen den Ortsteilen erhalten bleiben.

Anders als beim bereits fertiggestellten Kreisel an der Aldi-Kreuzung, bei dem ursprünglich ebenfalls Radler und Fußgängern Vorrang haben sollten, der aber dann doch als außerörtlicher Kreisel deklariert wurde, will er nun rechtzeitig dafür kämpfen. „Sonst könnte es am neuen Kreisel ein ähnliches Problem geben“, sagt er. Positiv findet Fraederich hingegen, dass Matthies von den 500 geplanten neuen Parkplätzen 150 für die Park-und-Ride-Anlage am Bahnhof Hittfeld zur Verfügung stellen will.

Zu den weiteren Planungen des bereits in vierter Generation geführten Familienunternehmens gehören eine Erweiterung des Gastronomiebereichs, eine großflächigere Präsentation der Waren sowie neue Aktionen wie eine Grillakademie und Bastelkurse. Eine Ausweitung der Produktpalette ist hingegen nicht geplant. Der Neubau ist vor allem deshalb nötig geworden, weil das 1907 gegründete Unternehmen bereits kurz nach Bezug des neuen Standorts „An der Reitbahn“ im Jahre 1999 mehr Platz brauchte und unter anderem für Lagerflächen Grundstücke zukaufen musste. Jetzt soll alles am neuen Standort vereint werden.