Harburg
Freilichtmuseum

Immer freitags: Sommerspaß auf alte Art

Holzbearbeitung auf traditionelle Art, mit Feile und Hobel und – vor allem – ohne elektrische Geräte

Holzbearbeitung auf traditionelle Art, mit Feile und Hobel und – vor allem – ohne elektrische Geräte

Foto: Freilichtmuseum Kiekeberg / HA

Im Freilichtmuseum am Kiekeberg gibt es jeden Freitag Neues zu entdecken. Dabei wird auch gebastelt, gewerkelt oder gekocht.

Ehestorf.  Abtauchen in längst vergangene Zeiten: Das ist während der Sommerferien in Niedersachsen jeden Freitag im Freilichtmuseum Kiekeberg möglich. An den Thementagen sind Eltern und besonders Kinder herzlich eingeladen, mit auf Zeitreise zu gehen. Beim letzten Mal stellte sich die Frage: Wer will fleißiger Handwerker sein?

An verschiedenen Erlebnisstationen wurde sich in den unterschiedlichsten alten Handwerkskünsten ausprobiert. Ob große, hölzerne Nägel oder Stiefelknechte: die kleinen Besucher packten an jeder Station mit an.

„Stiefelknechte nutzte man früher, um sich die oft sehr eng sitzenden Lederschuhe besser ausziehen zu können“, erklärt Mara Hofmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Freilichtmuseum. „Nach einem ganzen Tag voller Feldarbeit und mit geschwollenen Füßen konnte sich das als Herausforderung darstellen.“

Einen selbstgebauten Besen findet man nicht mehr oft in Haushalten oder auf Höfen vor. Johann Kröger demonstrierte, wie man sie mit historischen Maschinen bindet und zusammensteckt. Er freut sich, im Museum mitwirken zu können: „Als Rentner braucht man ja ein Hobby. Wer rastet, der rostet“, sagt Kröger. Im nächsten Jahr werde er vielleicht auch die Künste der Seilerei und der Korbflechterei vermitteln.

Museumsmitarbeiterin Ulrike Winter betreute die Mitmachstation „Ton“. Hier konnte nach Herzenslust gematscht, geformt und modelliert werden. „Oft sitzen die Kinder hier stundenlang und sind ganz versunken in die Arbeit mit dem noch feuchten Ton“, erzählt sie.

Bis zum Ende der Ferien finden neben den täglichen interaktiven Angeboten noch drei Thementage statt. Der Eintritt ist, wie immer im Kiekeberger Museum, für Besucher unter 18 Jahren frei. „Diese Ferienprogramme bereiten den Kindern immer viel Freude. Auf unserem Gelände gibt es neben den einzelnen Aktionen immer viel zu Entdecken.“

Auch der Kontakt mit den Tieren sei für die kleinen Besucher immer ein Spaß. Pferde, Schafe, Hühner und im Moment sogar frisch geborene Ferkel sind auf dem Gelände zu bestaunen. „Für einige Kinder, die aus städtischen Gegenden kommen, ist es ganz wichtig, einen persönlichen Bezug zu Handwerk, der Natur und Nutztieren zu entwickeln“, erzählt sie.

Am 14. August heißt es von 10 bis 18 Uhr „Zurück in die Vergangenheit – Kindheit wie früher“. Besucher entdecken, wie ihre Urgroßeltern in einer vorindustriellen Zeit aufwuchsen. Wie vertrieben sie sich als Kinder die Zeit? Was für Spielzeuge standen ihnen zur Verfügung? Wie sah es aus, wenn sie sich die Zeit ohne TV und Spielkonsolen vertrieben?

Auch der Schulalltag wird unter die Lupe genommen. Besucher lernen und schreiben die alte Deutsche Schrift Sütterlin. Traditionell geht es auch am darauffolgenden Freitag zu. Rund um die Wolle dreht sich der 21. August. Gehäkelt, gefilzt, gekratzt und gebürstet wird die Schafwolle, um sie verarbeitbar zu machen.

Im Rahmen einer Vorführung wird gelehrt, wie der Traditionswerkstoff Wolle damals eingefärbt wurde. Auch die einzelnen Verarbeitungsschritte von Wolle werden vorgestellt – sozusagen vom Schaffell bis zum Kleidungsstück.

Das Sommerspaß-Programm endet am 28. August mit dem Thema „Mahlzeit! Ernährung gestern und heute“. Die Museumsgäste erfahren, wie sich die Zubereitung von Lebensmitteln und auch die Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahrhunderten verändert haben.

Zusammen mit den Mitarbeitern dürfen die Kinder an historischen sowie modernen Kochstellen neuzeitliche und uralte Rezepte zubereiten. „Natürlich wird nicht nur gekocht, sondern alles wird auch fleißig probiert und verglichen“, versichert Mara Hofmann.