Harburg
Freizeit

Barfuß vor Waldkulisse: Hausbruch hat eigenen Strand

Anna Schöbel (v.l.), Alexander Schween, Sabrina Kühl und Sebastian Fiebig liefern sich ein packendes Beachvolleyballmatch

Anna Schöbel (v.l.), Alexander Schween, Sabrina Kühl und Sebastian Fiebig liefern sich ein packendes Beachvolleyballmatch

Foto: Thomas Sulzyc

Urlaubsgefühl im Sand: Die HNT hat auf 2000 Quadratmetern am Opferberg eine Beachsport-Anlage geschaffen. Freitagabends ist Happy Hour.

Hausbruch. Vor der prächtigen Waldkulisse der Harburger Berge liegt ein Flecken mit feinstem Sand, der dem weißen Puder am beliebten Urlaubsstrand in St. Peter Ording in nichts nachsteht. Und auch modisch erinnert alles an den Ferienort an der Küste: Man trägt lässige ärmellose, bunte Shirts, Bermudashorts oder Hotpants und Sonnenbrillen. Wer hier barfuß durch den Sand pflügt, schmettert Volleybälle oder spielt Beachsoccer.

Die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT) hat am Opferberg eine 2000 Quadratmeter große Beachsportanlage geschaffen. Die etwa 1000 Kubikmeter Sand stammen von dem Smart Beach Cup im Mai auf der Hamburger Moorweide. Die drei Beachvolleyballfelder und ein Beachsoccerplatz stehen allen jeden Tag von 8 bis 22 Uhr gegen eine Gebühr offen, nicht nur Vereinsmitgliedern. Seit Mitte Juni ist der HNT Beach in Betrieb – und ist noch ein Geheimtipp. Jeden Freitagabend von 17 bis 22 Uhr ist Happy Hour: das Abendticket kostet nur drei Euro, und Wirt Alfred Schneidereit heizt dafür auch den Grill an.

Die Clique baggert und schwitzt am Freitagbend beim Sport im Sand

Elf Freunde, Frauen und Männer Anfang bis Mitte 20, verbringen hier ihren Freitagabend. Was eine Fußballmannschaft sein könnte, bildet zwei Teams auf dem Beachvolleyballfeld. „Ich habe hier das Gefühl, im Urlaub zu sein“, sagt Alexander Schween. Beachvolleyball sei genau das Richtige nach einem Tag im Büro, sagt der Versicherungskaufmann.

Während zigtausend junge Hamburger sich für eine Nacht in den Bars und Clubs in St.Pauli auf den Weg machen, baggert und schwitzt die Clique aus Heimfeld, Hausbruch und Neugraben beim Sport im Sand. Geht’s später noch in das Vergnügungsviertel? „Nö“, winkt Anna Schöbel ab, „das reicht heute hier.“

Trotz des Fangzauns fliegt der Ball im hohen Bogen auf den benachbarten Naturrasenfußballplatz. Helmut von Soosten flitzt herbei und schlägt das Spielgerät mit einem Aufschlag in das Volleyballfeld zurück. „Wir lieben dich!“, schallt das Echo dankbar zurück. Ob die elf Freunde wissen, dass ihnen gerade ein früherer Volleyball-Bundesligatrainer die perfekte Aufschlagstechnik demonstriert hat?

Sandsportplätze können im Internet gebucht werden

Bis Mai hat Helmut von noch die Damen-Bundesligamannschaft VT Aurubis Hamburg trainiert. Heute ist der 51-Jährige in Vollzeit bei der HNT beschäftigt. Er betreut den HNT-Beach und entwickelt den Sportpark am Opferberg. Zurzeit buchen Schulklassen die Sandsportanlage noch am häufigsten. Helmut von Soosten erwartet aber, dass private Nutzer wie die elf Freunde oder Unternehmen die Führung übernehmen werden. „Wir testen gerade, ob Beachvolleyball oder Beachsoccer besser ankommt“, sagt er. Zurzeit lägen beide Sportarten gleichauf. Der Trend neige sich leicht zum Beachvolleyball.

Seit Freitag können Gäste die Sandsportplätze im Internet buchen. Ein Beachvolleyballfeld kostet bis 16 Uhr acht Euro pro Stunde, ab 16 Uhr 16 Euro. Fußball im Sand kostet bis 16 Uhr 16 Euro pro Stunde, ab dem späten Nachmittag 20 Euro. HNT-Mitglieder zahlen die Hälfte.

25.000 Euro hat die Turnerschaft in den Bau der Beachsportanlage investiert. Ein Geschäft, mit dem der Verein Geld verdienen könne, sei der HNT-Beach nicht, sagt der 2. Vorsitzende Mark Schepanski. „Wir senden dem Bezirksamt ein Signal, dass wir Sportstätten schaffen wollen und bereit sind, mit Hirnschmalz etwas zu bewegen“, sagt er. Hintergrund: Die HNT will am Opferberg einen Sportpark bauen. Im Zentrum der Planung steht ein etwa 2,4 Millionen Euro teures Sporthaus für Fitness, Rehabilitation und Wassergymnastik, den Zukunftstrends im Breitensport.

Bei der Verpflegung gibt es einen Unterschied zur Strandpromenade in St. Peter Ording

Ab dem 28. Juli bis 13. August bietet die HNT Kindern und Jugendlichen jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr an, kostenlos auf dem HNT Beach zu spielen. Ein Trainer betreut das Ferienprogramm.

Der HNT Beach zur Happy Hour am Freitagabend dient auch als Treffpunkt für Leute, die nicht im Sand Sport treiben möchten. Alfred Schneidereit und seine Frau Karin verkaufen Gegrilltes und Getränke. Die Thüringer Bratwurst kostet 1,50 Euro, die Schinkenwurst 1,70 Euro, der Becher Kaffee nur 0,50 Euro. „Das ist supergünstig hier“, sagt Alexander Schween. Das zumindest ist der Unterschied zur Strandpromenade in St. Peter Ording.