Harburg
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Wie die GroKo den Beach Club gerettet hat

Sichtbar zufrieden (v.l.): Heiko Hornbacher, Ralf-Dieter Fischer, Jürgen Heimath im Beach Club. Im Hintergrund der Treidelweg, wohin der Club im herbst umziehen wird

Sichtbar zufrieden (v.l.): Heiko Hornbacher, Ralf-Dieter Fischer, Jürgen Heimath im Beach Club. Im Hintergrund der Treidelweg, wohin der Club im herbst umziehen wird

Foto: Lutz Kastendieck / HA

Die Fraktionschefs von SPD und CDU feiern Erhalt des Harburger Hot Spots als Erfolg eindringlicher Gespräche auf höchster Ebene.

Harburg. Plötzlich ging alles ganz schnell: Seit vergangenem Wochenende haben die Harburger ihren Beach Club am Veritaskai wieder. Vor einer Woche hatte die Finanzbehörde nach langem Zögern ihren Widerstand doch noch aufgegeben und grünes Licht für die finale Saison am alten Standort gegeben. Aber nur, weil die Harburger GroKo aus SPD und CDU entsprechend Druck gemacht habe, wie die Fraktionschefs Jürgen Heimath und Ralf-Dieter Fischer am Donnerstag noch einmal hoch offiziell wissen ließen.

Einige fürchteten einen Gesichtsverlust

„Ja, es hat Gespräche auf höchster Ebene gegeben“, bestätigte Fischer. Gemeint war ein Zusammentreffen mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz. Der habe daraufhin seinen Finanzsenator Peter Tschentscher aufgefordert, die Angelegenheit nochmals zu prüfen. „Die Widerstände in der Finanzbehörde waren bis zuletzt groß. Einige dort fürchteten offenbar einen Gesichtsverlust“, so Fischer.

Nach Abendblatt-Informationen hatte es eine Klausel im Kaufvertrag für das Grundstück gegeben, die einen Fortbestand des Beach Clubs an gleicher Stelle ausdrücklich ausschloss. Als der Projektentwickler Frank Lorenz allerdings signalisierte, dass der geplante Hotelbau in diesem Jahr keinesfalls begonnen werde, war die Verweigerungsfront gebröckelt.

„Die SPD-Fraktion hat die Existenz des Beach Clubs ebenfalls nie infragegestellt und sich stets für seinen Erhalt eingesetzt – allerdings nicht zwingend am Veritaskai“, sagte Jürgen Heimath. Deshalb habe man das Thema auch konsequent aus den Koalitionsverhandlungen herausgehalten.

Mitte Oktober soll der Club an seinen neuen Standort am Treidelweg umziehen

Betreiber Heiko Hornbacher zeigte sich erleichtert, dass die Finanzbehörde nach langem Tauziehen doch noch eingelenkt habe: „Der Club hat sich in den vergangenen Jahren überaus positiv entwickelt. Er ist im Bewusstsein vieler Harburger längst zu einem wertvollen Ort geworden. Hier treffen sich nicht nur verschiedene Generationen, sondern auch viele Nationalitäten.“ Das Strandflair werde von vielen Gästen als weitaus entspannter empfunden, als andere Locations. Hier würden sich Studenten ebenso wohl fühlen wie Familien mit ihren Kindern und die Mitarbeiter der im Binnenhafen ansässigen Firmen. „Der Beach Club ist im besten Sinne ein Hot Spot, ein Anziehungspunkt für alle Harburger“, so Hornbacher.

Derweil geht sein Blick schon wieder voraus. Mitte Oktober soll der Club an seinen neuen Standort am Treidelweg umziehen. Dort muss in den nächsten Monaten eine Art Podest als fester, sicherer Untergrund gebaut werden, wofür Hornbacher eine sechsstellige Summe investieren will.

„Die Verhandlungen für einen Pachtvertrag über mindestens fünf Jahre laufen. Weil statt 4500 dann nur noch 2500 Quadratmeter zur Verfügung stehen werden, feilen wir auch an einem neuen Konzept, das sogar eine ganzjährige Nutzung ermöglichen soll. Mit noch mehr Sonne und noch näher am Wasser“, so Hornbacher.