Harburg
Ehemaligentreffen

Kameraden sehen sich nach 30 Jahren wieder

16 Ehemalige der Freiwilligen Feuerwehr Harburg btrafen sich am Lotsekai. Wilhelm Graf (r.) hat das Ehemaligentreffen organisiert

16 Ehemalige der Freiwilligen Feuerwehr Harburg btrafen sich am Lotsekai. Wilhelm Graf (r.) hat das Ehemaligentreffen organisiert

Foto: Thomas Sulzyc

Ehemalige der Freiwilligen Feuerwehr Harburg erzählen von früher. Von olivgrünen Einsatzfahrzeug und Telefonen, die „gekurbelt“ werden.

Harburg. Manche kennen noch die Zeit, als ihre Einsatzfahrzeuge olivgrün waren: 16 frühere Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Harburg haben sich am Sonnabend beim ersten Ehemaligentreffen der Freiwilligen Feuerwehr Harburg in der Wache am Lotsekai im Harburger Binnenhafen nach bis zu 30 Jahren wiedergesehen. Das Veteranentreffen ist eine Idee des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Harburg : „Alte Freundschaften gehen verloren, wir wollen sie wieder aufwärmen“, sagt der Vorsitzende Wilhelm Graf.

Kaffee und Butterkuchen gibt es nicht in irgendeinem Restaurant auf gepolsterten Stühlen. Die Feuerwehrkameraden sitzen stilecht im Gerätehaus auf hölzernen Biertischbänken. Manche Veteranen sind Mitte 40, andere Anfang 60 Jahre alt. Nicht jeder kennt jeden. Und auch nicht jeder erkennt jeden sofort wieder: „Früher sahst du schlanker aus“, lautet der spöttische Kommentar, der öfter fällt.

Freiwillige Feuerwehr für alle, die nicht zur Bundeswehr wollten

Ein Projektor wirft mehr als 30 Erinnerungsfotos auf die nackte weiße Steinwand und liefert damit Gesprächsstoff. Mitte der 1980er-Jahre fuhr die Freiwillige Feuerwehr Harburg noch einen olivgrünen VW Bulli. Der Bundeswehrtaint erklärt sich damit, dass die Freiwillige Feuerwehr Harburg vor 30 Jahren organisatorisch noch dem Katastrophenschutz angehörte. Die Kameraden waren damals Fernmelder, keine Brandschützer am Wasserschlauch.

„Wir haben die Telefone noch gekurbelt“, erinnert sich Bernhard Rindt an die Zeit, als die Feuerwehr noch ohne digitalen Funk kommunizierte. Der 62-Jährige ist der älteste Teilnehmer und lebt heute in Ahrensmoor (Landkreis Stade). Deutlich jünger ist Hendrich Quitmann. Der 36-Jährige ist dreieinhalb Stunden mit dem Auto aus Burseck bei Gießen angereist. Vor vier Jahren ist er aus Harburg fortgezogen und arbeitet heute als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Nebenbei ist er Feuerwehr-Zugführer in Burseck. „Der schnellste Weg, neue Freunde zu finden“, sagt Hendrich Quitmann. Früher haben Kameraden noch aus einem anderen Grund den Weg in den Feuerwehrdienst gefunden. Die Freiwillige Feuerwehr Harburg sei vor 30 Jahren ein Sammelbecken für alle gewesen, die nicht zur Bundeswehr wollten und keinen Platz bei den ausgelasteten Nachbarfeuerwehren gefunden hätten, erklärt ein Veteran. Viele Studenten seien der Feuerwehr in Harburg beigetreten.

Ein zweites Ehemaligentreffen im nächsten Jahr

Die Idee zu einem Ehemaligentreffen hatte Wilhelm Graf bereits vor zehn Jahren. Aber wie die alten Kameraden finden, die heute nahezu alle an anderen Adressen leben? Wilhelm Graf überwand deshalb seine Skepsis gegenüber sozialen Netzwerken im Internet meldete sich bei stayfriends.de an, einer Website zum Finden von Schulfreunden. „Ich habe alle dort erreicht“, stellt der frühere Wehrführer fest.

Im nächsten Jahr soll es ein zweites Ehemaligentreffen geben. Treffpunkt wird dann vielleicht der geplante Feuerwehrneubau am Helmsweg sein. Nach der Kaffeetafel am Lotsekai machten sich die alten Kameraden im leuchtend roten Löschfahrzeugen auf den Weg, um sich das vorgesehene Baugrundstück anzuschauen. Klaus-Dieter Skjöth, 60, sehnt sich nach dem inzwischen abgerissenen Feuerwehrhaus am Alten Postweg zurück: „Das war zwar eine Baracke, aber urig.“