Harburg
Buchholzer Empore

Ausstellung preisgekrönter Architektur

Foto: Marcus Bredt / HA

Ausstellung in der Empore Buchholz mit gelungenen Beispielen für Umwandlung von Altbauten zu modernem Wohnraum.

Buchholz/Hannover. Über Architektur lässt sich ebenso trefflich diskutieren und streiten wie über Kunst. Wann ist ein Gebäude schön, soll die Ästhetik im Vordergrund stehen oder die Zweckmäßigkeit? Wie können Gebäude eine Stadt prägen? Beispiele für ausgezeichnete Architektur sind von Sonnabend, 4., bis Mittwoch, 8. Juli, in der Buchholzer Empore zu sehen. Bilder und Dokumente zu den Objekten der Preisträger und Nominierten des Niedersächsischen Staatspreises für Architektur werden vorgestellt.

Die Wanderausstellung wird nur an wenigen Orten gezeigt, nach Hannover, Berlin und Wolfsburg ist Buchholz nun die letzte Station. Für Stadtbaurätin Doris Grondke ist die Ausstellung ein besonderes Ereignis im Rahmen der von ihr initiierten Reihe „Buchholzer Dialoge“, die in diesem Jahr unter der Überschrift „Urbanität wagen“ steht.

Eröffnung der Ausstellung um 18 Uhr

Gewinner des Staatspreises 2014 zum Thema „Wohnen im Wandel – Bauen für Generationen“ ist die Architekten-, Ingenieurs- und baugemeinschaft „agsta“ aus Hannover, der mit dem Hanomag-Loft die Umwandlung ehemaliger Fabrikanlagen zu Wohnraum auf vorbildliche Weise gelungen ist. Die Jury lobte dabei vor allem die Art der Umsetzung: „Im Baugemeinschaftsmodell, verbunden mit guten Architekten, die sich in geduldiger und treuhänderischer Weise ihren Bauherren verpflichtet haben, ist der eigentliche Erfolg zu sehen“, heißt es zur Begründung.

Die Ausstellung wird heute um 18 Uhr eröffnet, die Eröffnung ist öffentlich, der Eintritt frei. Christian Kuthe aus dem Landesministerium für Soziales, in das auch das Thema Bauen fällt, Architektenkammerpräsident Wolfgang Schneider und Doris Grondke weden die Gäste begrüßen, dann stellen zwei der nominierten Architekten, Katja Ahad und Karin Kellner, ihre Projekte vor.

Insgesamt umfasst die Ausstellung 22 Objekte

Das Büro Ahad verbindet beim Klosterhof Evessen (bei Wolfenbüttel) alte, ländliche mit neuer, urbaner Bausubstanz. „Um das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen der Eigentümer auf dem Klosterhof zu realisieren, wurde das bestehende Magazingebäude durch gezielte architektonische Interventionen zu einem Wohngebäude umgenutzt. Insgesamt ist es gelungen, durch das Um- und Weiterbauen des ehemaligen Magazingebäudes ein Haus entstehen zu lassen, das sich in das Gesamtensemble integriert, spannende und individuelle Innenräume anbietet und die landschaftliche Lagegunst geschickt nutzt“, urteilt die Jury.

Das Büro Kellner, Schleich, Wunderling hat das Quartier Herrenhäuser Forum in Hannover mit Geschäften, Praxen und Wohnungen entwickelt. Die Jury kommt zu dem Schluss, dass „der Herrenhäuser Markt ein hervorragendes Beispiel ist, wie Wohnen, Arbeiten und Versorgung im städtischen Kontext wieder vereint werden können.“ Insgesamt umfasst die Ausstellung 22 Objekte. Sie ist jeweils von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Hamburger Team erstellt neue Konzepte für stillgelegte Industriegelände

Welche Chancen mutige und innovative Quartiersentwicklungen in Buchholz haben, ist einmal mehr Thema bei den „Buchholzer Dialogen“. Die Gesprächsreihe mit Fachleuten wird am Montag, 6. Juli, ebenfalls in der Empore, fortgesetzt. Zu Gast ist dann Projektentwickler Peter Jorzick vom Planungsbüro Hamburg Team. „Peter Jorzick ist mir als Projektentwickler mit besonderem Engagement und leidenschaftlichem Enthusiasmus bekannt, wie es in dieser Branche selten anzutreffen ist. Die gebauten Beispiele von Hamburg Team vereinen nicht nur hohe Qualitätsansprüche in städtebaulicher und hochbaulicher Sicht, sondern spiegeln auch die gegenwärtigen sozialen und gesellschaftlichen Ansprüche in den gebauten Quartieren wider“, so Doris Grondke.

Auch Hamburg Team erstellt neue Konzepte für stillgelegte Industriegelände. Ein Beispiel hierfür sind die ehemaligen Fahrzeugwerkstätten Falkenried in Eppendorf. Hier sind von 2001 bis 2003 44 Wohnungen, davon sieben Penthäuser, entstanden.

Nach seinem Vortrag steht der Referent den Zuhörern wie üblich für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Für nächstes Jahr plant Doris Grondke im Rahmen der Buchholzer Dialoge eine Exkursion zu städtebaulichen Projekten, die Hamburg Team realisiert hat. Dazu sind alle Interessierten willkommen.

www.buchholzer-dialoge.de