Harburg
“Welt-Orthoptik-Tag“

Gut sehen können ist nicht selbstverständlich

Das gut sehen keine Selbstverständlichkeit ist, bekommen viele Menschen im Alter zu spüren

Das gut sehen keine Selbstverständlichkeit ist, bekommen viele Menschen im Alter zu spüren

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Orthoptik ist ein Spezialgebiet der Augenheilkunde. Mit dem „Welt-Orthoptik-Tag“ will der Berufsverband auf Sehschwächen aufmerksam machen.

Harburg. „Für zwei Starke Augen“ lautet das neue Motto des Berufsverbandes der Orthoptisten, die am Montag, 1. Juni, mit dem „Welt-Orthoptik-Tag“ auf den Beruf des Orthoptisten und Sehschwächen aufmerksam machen wollen. Die Orthoptik ist ein Spezialgebiet in der Augenheilkunde und somit ein medizinischer Fachberuf. Zum primären Aufgabengebiet eines Orthoptisten gehören die Vorsorge, Untersuchung und Behandlung von Störungen des einäugigen- und beidäugigen Sehens.

Das Thema des „Orthoptik-Tages“ geht aber in einen ganz anderen Fachbereich der Augenheilkunde: Statt Schielen oder Sehschwächen aufgrund von unzureichender Ausbildung des Sehsystems, geht es dieses Jahr um „Low Vision“ und Sehstörungen nach Hirnschädigungen. „Low Vision“ bezeichnet Sehbehinderungen, bei denen das Sehvermögen nicht mehr vollständig bis gar nicht vorhanden ist, erklärt Anneke Braams, Orthoptistin aus der Augenarztpraxis Hajnis/Lung in Harburg. Bei Sehbehinderungen im Bereich der „Low Vision“ versuchen Orthoptisten das noch vorhandene Sehvermögen zu ermitteln und klären die visuellen Bedürfnisse der Patienten und versorgen sie mit geeigneten Seehilfen. Sind die Sehstörungen nach Hirnschädigungen entstanden, hilft eine orthoptische Untersuchung dabei die richtige Therapie für den Patienten zu finden, um zum Beispiel Gesichtsfeldausfälle oder Doppelbilder zu behandeln.

Ein Flyer als Wegweiser für Betroffene und Angehörige

Um dieses Thema „in den Fokus zu rücken“, wie Braams sagt, verteilt der Berufsverband der Orthoptisten Flyer in Augenarztpraxen und stellt Schulen Material zum Thema zur Verfügung. Der Flyer soll als Wegweiser für Betroffene und Angehörige dienen. Für die Schulen wurde das Buch „Schwarze Augen“ von Gilles Tibor als Pixi-Buch neu aufgelegt. In dem Buch wird das Thema kindgerecht aufgegriffen und kann mit einem Begleitdossier noch vertieft werden. Der Verband will das Thema vor allem Kindern nahe bringen, die damit noch nicht in Berührung gekommen sind. Das sei vor allem in Zeiten der Inklusion wichtig, so Braams. Sie fasst zusammen: „Wir wollen die Wichtigkeit des guten Sehens promoten“.

Das heiße auch, sich mit Sehschwächen und -behinderungen auseinanderzusetzen.