Harburg
3. Umzug

20.000 Menschen beim Disco-Move in Harburg

Gut 2000 Menschen aus der Generation zwischen "Desprate Houswives" und "Golden Girls" feierten am Sonnabend zu Disco, Pop und Schlager im Harburger Binnenhafen

Gut 2000 Menschen aus der Generation zwischen "Desprate Houswives" und "Golden Girls" feierten am Sonnabend zu Disco, Pop und Schlager im Harburger Binnenhafen

Foto: Lares Hansen

Der zweite Disco-Move zog schon mehr Partyvolk an, als der erste. Die dritte Auflage des Umzuges wird damit immer wahrscheinlicher.

Harburg. Lars Hansen

„Der liebe Gott ist wohl ein Disco-Mover“, orakelte Organisator Bernd Langmaack nach dem zweiten Hamburger Disco-Move. Und egal, ob man nun religiös ist oder nicht: Mit dem Wetter hatte der bunte Umzug im Harburger Binnenhafen richtig Glück: Morgens hatte es noch genieselt, Abends wurde es fröstelig, aber am Nachmittag, als die Disco-Trucks durch den Binnenhafen drehten, war Kaiserwetter.

Knapp 20.000 Menschen feierten am Parcours des Umzuges und hinterher auf dem Kanalplatz. Die meisten gehörten der tatsächlichen Disco-Generation an, die in den späten 70er-Jahren die Tanzflächen unsicher machte, sich jetzt irgendwo zwischen „Desperate Housewives“ und „Golden Girls“ bewegt und sich gerne an eine Zeit erinnert, als alles farbenroh und sorglos war, bevor irgendwelche nihilistischen Punkrocker die bunte Plastikwelt rotzig in Frage stellten. „Es waren aber auch viele jüngere Menschen da, teilweise ganze Familien mit drei Generationen“, sagt Langmaack.

Trucks waren früh ausgebucht

Um 15 Uhr hatten sich die Trucks in Bewegung gesetzt, um dem Bösen in der Welt den Bass entgegenzuhalten. Nur auf wenigen Lasterladeflächen gab es noch Plätze. Vor allem die Trucks, die Harburger Veranstalter aus dem Stadtgebiet gechartert hatten, waren schon frühzeitig ausverkauft. Dabei hatte der Move starke Konkurrenz: Das Saisonabschlussdrama des HSV – dessen letzte große Glanzperiode lag übrigens auch in der Disco-Ära – und der Eurovision Song-Contest, der dieselbe Zielgruppe im Visier hat, waren die Top-Mitbewerber an diesem Tag.

„Man merkte schon, dass es ab 17 Uhr voller wurde“, sagt Langmaack. „Da drehten wir gerade die dritte Runde und so langsam kamen immer mehr HSV-Fans zum Move.“

Sponsoren sind wichtig für den Disco-Move

Noch schreibt der Disco-Move keine schwarzen Zahlen. Die Trucks, ein hoher Sicherheitsaufwand um die Fahrzuge herum, die Werbung – all das kostet und kann nur über Sponsoren und Standmieten hereinngeholt werden. „Da muss man auch mal an die Leute appelieren, nicht so viele Getränke selbst mitzubringen“, sagt Langmaack. „Gegen eine Apfelschorle im Rucksack, vor allem wenn man Kinder mithat, ist ja nichts zu sagen, aber bei Alkohol-Mischgertränken sollte man sich schon mal klar machen, dass es diese Veranstaltung nur geben kann, wenn die Standpächter Umsatz machen.“

Die Harburger sind stolz auf die Veranstaltung

Dass die Harburger die Veranstaltung wollen, weiß Langmaack aus Zuspruch, Zuschriften und sozialen Netzwerken. „Viele sind stolz darauf, dass Harburg diese Veranstaltung hat und damit endlich etwas, was man den Hamburgern voraus hat“, sagt er.

Langmaack will zwar die Auswertung der Veranstaltung abwarten, bevor er den nächsten Disco-Move plant, aber eigentlich ist er schon dabei. „Und ich bin zuversichtlich, dass der noch besser wird, als die ersten beiden – und dass er sich ab dem nächsten Jahr selber tragen kann.“ (Lars Hansen)