Harburg
Marmstorf

Olympia-Fan Rainer B. geht in die nächste Runde

Ausschnitt des Plakates, mit dem der Harburger CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht zu einer Diskussion zum Thema einlädt

Ausschnitt des Plakates, mit dem der Harburger CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht zu einer Diskussion zum Thema einlädt

Foto: CDU Harburg

Die Werbung für die Hamburger Spiele erreicht am Marmstorfer Feuerteich den Siedepunkt.

Marmstorf. Die Posse um das „illegale“ Olympia-Plakat am Feuerteich in Marmstorf geht in die nächste Runde. Seit dem 7. Mai ist es zwar verschwunden, soll Mitte nächster Woche aber in modifizierter Form zurückkehren. Und diesmal ganz legal. Ob es die entbrannte Kontroverse beendet, ist aber längst noch nicht ausgemacht.

Alles beginnt mit dem Wintersturm am 9. Januar. Mit eisigen Böen fegt er durch Marmstorf. Am Feuerteich fällt ihm eine alte Weide zum Opfer, die ein Auto unter sich begräbt. Der Baum und das schrottreife Fahrzeug sind rasch entsorgt. Zurück bleibt ein Stumpf als stummer Zeuge des spektakulären Geschehens. Und als Inspiration für einen Olympiabegeisterten.

„Kunst am Baum“ oder gewagte Aussage?

Der Anrainer sieht in den Bruchkanten „einen Fingerzeig“, womöglich des Himmels. Da sie aussehen wie zwei Flammen aus Holz, pinselt er sie einfach an, die eine rot, die andere blau. Doch weil sich solcherart „Kunst am Baum“ vielleicht nicht jedem Passanten erschließt, kreiert er gleich noch ein Schild mit dem Slogan „Marmstorf ist Feuer und Flamme für Olympia“.

Nach Ansicht einiger Links-Politiker ist das eine allzu steile These. Angesichts der kontroversen Debatte in der Stadt über das Für und Wider Olympischer Spiele in Hamburg erscheine diese Aussage doch sehr gewagt, hieß es.

Für Olympiagegner: ein „Skandal“

Am liebsten hätten die erklärten Olympiagegner das Schild selbst wohl in Feuer und Flamme aufgehen sehen. Stattdessen wählten sie aber den parlamentarischen Weg, um sich des plakativen Statements zu entledigen. Und zwar nicht etwa über die Bezirksversammlung, sondern gleich über die Hamburgische Bürgerschaft.

In einer Kleinen Anfrage wollte die Links-Fraktion wissen, wie denn diese Aussage evaluiert worden sei und ob es überhaupt eine repräsentative Umfrage zum Thema gegeben habe. Schließlich wurde der ganze Vorgang gar zum „Skandal“ stilisiert, weil auf einer öffentlichen Fläche im Namen aller im Stadtteil wohnenden Menschen Olympiawerbung gemacht werde.

Nun musste das Bezirksamts hoch offiziell tätig werden und den Verursacher des Aufruhrs ausfindig machen. Immerhin stand das Schild rechtswidrig auf städtischem Grund und Boden, ohne amtliche Erlaubnis. Auf Abendblatt-Nachfrage wurde angeblich emsig gefahndet, obwohl sich CDU-Fraktionsvize (An-)Rainer Bliefernicht auf der Homepage des CDU-Ortsverbandes Harburg-Süd längst geoutet hatte.

CDU-Fraktion läd zum Olympiaplausch

Um dem Bezirk keinen Schaden zuzufügen, habe er das angefeindete Schild entfernt, ließ er dort wissen. Den Linken „den Erfolg überlassen“, so weit gehe die Nächstenliebe aber nicht. Deshalb habe er jetzt die „offizielle Genehmigung“ eingeholt, für ein Infoplakat zum Olympiaplausch am Sonntag, den 31. Mai um 15 Uhr auf seinem Hof (Feuerteichweg 3).

Seine „heimlichen Unterstützer“ und er hätten aber schon jetzt viel Spaß gehabt. „Sie doch auch, oder?“, fragte Bliefernicht noch. Eine Antwort der Linken steht bislang noch aus.