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Tierschützer kritisieren Tierschau

Reptilien in Plastikdosen. Für Peta ein Unding

Reptilien in Plastikdosen. Für Peta ein Unding

Foto: Peta

In der Burg Seevetal werden am Sonntag Reptilien ausgestellt. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert einen Boykott der Veranstaltung.

Hittfeld.. Tödlicher Stress für Exoten? Am Sonntag findet im Veranstaltungszentrum Burg Seevetal in Hittfeld-Seevetal eine Reptilienbörse statt. Die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland e.V. übt scharfe Kritik an der Veranstaltung. In einem offenen Brief an Bürgermeisterin Martina Oertzen appellieren die Aktivisten, zukünftig keine derartigen Tierbörsen mehr zuzulassen.

Die Veranstalter von Terraristikbörsen nehmen, so schreiben die Peta-Aktivisten, den Tod unzähliger Tiere billigend in Kauf: Viele der empfindlichen Exoten versterben demnach bereits, bevor sie überhaupt in den Handel kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten laut Peta in der Zoohandelsbranche als üblich.

Für die überlebenden Reptilien bedeuten die Ausstellungen laut von Petas zitierten Studien eine große Belastung, da sie meist tierschutzwidrig in kleinen Plastikboxen präsentiert werden.

Peta fordert die Gemeinde Seevetal daher auf, das bereits im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehene Verbot von gewerblichen Tierbörsen für exotische Tiere schon jetzt umzusetzen.

„Die sensiblen Echsen und Schlangen wie Ausstellungsstücke zu behandeln, hat mit Tierliebe nichts zu tun. Der Transport, die lärmenden Besuchermassen und fehlende Versteckmöglichkeiten sind purer Stress für die Tiere“, so Peter Höffken, Wildtierexperte bei Peta Deutschland e.V. „Unser Schreiben soll Politiker und Bürger endlich wachrütteln: Diese Tierquälerei darf nicht länger toleriert werden.“

Bei einem erheblichen Teil der auf Terraristikbörsen angebotenen Wildtiere handelt es sich um sogenannte Naturentnahmen. „Im Auftrag von Händler werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert“, so Höffken. Peta kritisiert zudem, dass Exoten teilweise zu Schleuderpreisen verkauft werden – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das Fachwissen zur Haltung der Tiere verfügt.

Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam laut Peta zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten.

Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gefährliche zudem exotische Salmonellenarten – geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gesundheitsgefährdenden Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod führen.

Peta bittet Tierliebhaber, Terraristikbörsen, Reptilienausstellungen und Exotenmessen zu meiden. Wer über Fachkenntnisse verfügt, kann ein Tier aus einem Tierheim bei sich aufnehmen und so dazu beitragen, den Handel einzudämmen, so Höffken.