Harburg
Stadtentwicklung

Ein zweites Wälderhaus für Wilhelmsburg

 Die Visualisierung zeigt das Wälderhaus (links) mit dem geplanten Neubau

Die Visualisierung zeigt das Wälderhaus (links) mit dem geplanten Neubau

Foto: Thomas Sulzyc/Andreas Heller Architects & Designers

Das Wälderhaus in Wilhelmsburg plant eine Erweiterung: 40 Hotelzimmer mehr und zusätzliche Ausstellung. Geschätzte Baukosten: zehn Millionen Euro.

Wilhelmsburg.  Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald will das zur Internationalen Bauausstellung Hamburg errichtete Wälderhaus in der neuen Wilhelmsburger Mitte um ein zweites Gebäude erweitern. Der um ein Geschoss kleinere Neubau ist nach den Plänen des Hamburger Büros Andreas Heller Architects und Designers unterirdisch durch einen Tunnel mit dem Mutterhaus verbunden.

Das zweite Multifunktionshaus böte 40 Hotelzimmer, 380 Quadratmeter Dauaustellungsfläche, 595 Quadtrameter Sonderaustellungsfläche und 200 Quadratmeter Tagungsräume.

Die erwarteten Baukosten liegen nach Angaben von Geschäftsführer Hartmut Eckert bei etwa zehn Millionen Euro. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald begibt sich nun auf die Suche nach Sponsoren, nachdem die zuständigen Behörden ihr Einverständnis signalisiert haben. Läuft alles nach Plan, könnte frühestens im Jahr 2017 mit dem Bau begonnen werden, möglicherweise auch in 2018.

Das Wälderhaus sorgt mit seiner spektakulären Holzfassade aus Lärche für Aufsehen. Es ist Hotel, Tagungsstätte und Bildungsort zugleich. während Schulklassen das Science Center Wald besuchen, halten Manager Tagungen ab.

Diwese Nutzung ist offenbar so erfolgreich, dass die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald einen Neubau auf der benachbarten Asphaltbrache nebenan plant. Das „St. Raphael“-Hotel, in dem jedes Zimmer nach einer anderen Baumart benannt ist, würde um 40 auf insgesamt 122 Zimmer wachsen. Das Drei-Sterne-Superior-Hotel Besuchen Touristen und Geschäftsleute. Die Gäste seien von Anfang 20 bis über 80 Jahre alt, sagt Hartmut Eckert. Für Hotelzimmer in Citynähe herrsche großer Bedarf.

Die Daueraustellungsfläche zum Thema Wald würde von derzeit 600 auf 980 Quadratmeter zunehmen. Eine Idee sei, in dem Neubau eine zweite Ausstellung aufzubauen, in der sich Schülern der Klassen zehn bis zwölf mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzen können. „Es könnte eine Art Mall sein, in der Schüler einen Einkauf simulieren. Am Ende zeigt ein Kassenbon die Ökobilanz an“, sagt der Waldexperte Jan Muntendorf.

Die Pläne sehen zusätzlich 595 Quadratmeter für wechselnde Sonderausstellungen vor. Damit soll das Wälderhaus für Gäste interessant bleiben, die die Dauerausstellung bereits besucht haben, also vor allem Nachbarn aus dem Stadtteil und die übrgen Hamburger. So eine Sonderausstellung könnte zum Beispiel Design aus dem Wald von Künstlern zeigen, so Hartmut Eckert. Sonderaustellungen böten dem Wälderhaus aber auch die Möglichkeit, international auf sich aufmerksam zu machen.

Selbst der Gang durch den Tunnel, der das Mutterhaus mit dem Neubau verbinden, könnte ein Erlebnis sein. Besucher könnten unter Baumwurzeln hindurchgehen, sagt Jan Muntendorf. Der Tunnel könnte aber auch als Bildergalerie genutzt werden.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sieht in der Vermietung von Tagungs- und Konferenzräumen ein lukratives Geschäft, dass der Neubau dafür zusätzliche 200 Quadratmeter bieten soll. Mitarbeiter des Forschungszentrums Deutsches Elektronen Synchrotron Desy und der Beiersdorf AG haben im Wälderhaus getagt. Bei Unternehmen, Stiftungen und Verbände aus der Gesundheits- und Biobranche sei das ungewöhnliche Gebäude beliebt.

Das Dach des Wälderhauses ist mit 9500 Büschen und Bäumen bepflanzt. Das begrünte Dach verbessert das Mikroklima. Regenwasser verdunstet, kühlt die Luft und trägt nebenbei zur Leistungsteigerung der Photovoltaikanlage bei. Die dichte Bepflanzung wirkt als zusätzliche Isolierung, schützt vor Hitze und Kälte und reduziert die Schallbelastung.

Der Neubau wird kein identischer Zwilling des Mutterhauses sein. Die geschwungene Fassade, die das Gebäude wie ein von mit der Axt bearbietteten Holzklotz erscheinen lässt, wird einmalig bleiben sagt Hartmut Eckert. Der Neubau wird klare, eckige Strukturen haben, damit er sich in die Architektur der umliegenden Gebäude einfügt. Oberbaudirektor Jörn Walter habe das so gewollt.