Harburg
Kommentar

Wenn Bürger zum Vorbild werden

Die Aktion „Hamburg räumt auf“ wird immer beliebter.

Während es immer noch Menschen gibt, die ohne jede Skrupel die Umwelt verunreinigen, handeln hier Bürger anders. Sie sammeln Müll wieder ein, den andere liegen gelassen oder mit voller Absicht in die nächstbeste Ecke geworfen haben. Die Sammler übernehmen also nicht nur Verantwortung für die Umwelt, sie tragen auch Verantwortung für andere mit.

Damit wird das Müllsammeln, in diesem Jahr immerhin schon zum 18. Mal von der Stadtreinigung initiiert, zu mehr als einer lieb gewonnene Nebensächlichkeit. Die Aktion macht vielmehr Bürger zu Vorbildern, die sich nicht daran orientieren, was die Stadt für sie tun kann, sondern was sie für die Stadt tun können. Dabei haben sie auch noch Spaß und fühlen sich gut, weil Engagement mehr ist als die bloße Aktion. Es tut der Seele gut.

Die Aktion ist somit eine Bürgerbeteiligung im besten Sinn. Sie steht im schroffen Gegensatz zu dem, für das die klagebreiten „Wutbürger“ bekannt geworden sind. Für ätzende Kritik an allen Projekten, die auch nur im Mindesten ihre eigenen Interessen berühren könnten.

Wer nicht will, das auch die besten Projekte zerredet werden, muss so handeln, wie es bei den Aufräumaktionen vorgemacht wird. Einfach mal mitmachen, mal nicht nur an sich selber denken, mal glauben, dass andere nicht gegen einen sind. Und dann: Einfach mal etwas für die anderen tun.