Harburg
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Müll sammeln – ein Ehrenamt

43 Säcke wurden in Harburg gefüllt. Zum Abschluss der Aktion „Hamburg räumt auf“ gingen zwei Gruppen an den Start

Harburg. Doppelter Einsatz in Harburg: Der CDU-Ortsverband Harburg-Mitte und die Interessengemeinschaft Chronik für Marmstorf sammelten am Sonnabend fast gleichzeitig Müll in ihren jeweiligen Bereichen. Damit beteiligten sie sich an der Aktion „Hamburg räumt auf“, die die Stadtreinigung am 20. März zum 18. mal gestartet hatte und daher für alle Beteiligten Handschuhe und Müllsäcke lieferte. Das Ergebnis nach dem Einsatz konnte sich sehen lassen: Allein die Marmstorfer füllten 18 Säcke und zudem einen Anhänger mit Laub, den der Chronik-IG-Vorsitzende Rainer Bliefernicht mit seinem Trecker zog. „Die Aktion war ein Erfolg. Den gut 20 Teilnehmern hat es Spaß gemacht, sie fühlten sich gut und wir haben zudem neue Anwohner kennen gelernt“, sagte Bliefernicht am Sonntag dem Abendblatt. Die Stadtreinigung wird die Säcke nun innerhalb der nächsten drei Tage abholen.

Überraschungen blieben am Sonnabend nicht aus. So hatte Bliefernicht schon vor der Aktion einen Müllablageplatz direkt am Feuerteich entdeckt, der gleich neben seinem Karnshof liegt. Dem rückten dann Günter und Roswitha Bornmann zu Leibe und sammelten leere Flaschen auf. Nach gut eineinhalb Stunden bat die Familie Bliefernicht dann zu Kaffee und Kuchen auf ihren Hof. „Das Anliegen unserer Interessengemeinschaft ist es, dass Marmstorf in seinem Glanz erstrahlt“, sagte der Hofchef, der auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes ist. In der von ihm geleiteten Interessengemeinschaft haben sich elf Vereine wie Feuerwehr, Landfrauen oder die Jagdgenossenschaft zusammengefunden. Sie hatten im vergangenen Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen an die Ereignisse beim Niederbrennen des Dorfes durch Napoleon vor 200 Jahren erinnert. Jetzt beteiligte sich die Interessengemeinschaft erstmals am Aufräumen.

Unerwartete Funde gab es auch bei der Aufräum-Aktion in der Innenstadt. Zu ihnen gehörten zwei Schulranzen, ein Tannenbaum und zahlreiche geknackte und dann weggeworfene Fahrradschlösser, die die Crew um die Bürgerschaftsabgeordnete und CDU-Ortsverbandsvorsitzende Harburg-Mitte Birgt Stöver aus den Rabatten zogen. Dazu natürlich Flaschen und Flachmänner. „Es ist schon erstaunlich und frustrierend, wie diese Bereiche aussehen“, sagte Stöver am Sonntag dem Abendblatt. Die 15-köpfige Gruppe war allein drei Stunden unterwegs und suchte rund um das Harburger Rathaus und in der Innenstadt. Dabei kamen 25 Säcke mit Unrat zusammen. Auch auf dem Rathausplatz gab es hinterher Kaffee und Kuchen an einem dort aufgebauten CDU-Infostand.

Ergebnis der Inspektion waren am Wochenende auch zwei Themen für die Bezirksversammlung. Dabei geht es zum einen darum, dass die Mülleimer alle „randvoll“ waren, wie Stöver sagte. „Das muss man weiter beobachten und über den Rhythmus für das Leeren der Behälter nachdenken“, so die Bürgerschafts-Abgeordnete. Als zweites Thema drängte sich der Zustand der Hochzeitstreppe vor dem Rathaus auf. „Wir mussten da mehr als die Hinterlassenschaften von einer Feier wegräumen“, so Stöver. Die Erkenntnisse sollen Michael Schaefer und Stövers Mutter Helga aufnehmen, die beide Bezirksabgeordnete in Harburg sind.

Die Aktion der Stadtreinigung ist seit Jahren eingeführt. So hatten sich im vergangenen Jahr hamburgweit fast 60.000 Teilnehmer aus mehr als 1000 Initiativen an „Hamburg räumt auf“ beteiligt. Diese Zahl, so hoffen die Stadtreiniger, soll 2015 noch übertroffen werden. Klar ist nach den Erfahrungen für beide Gruppen, dass sie auch im nächsten Jahr dabei sein werden. Bliefernicht: „Man fühlt sich einfach gut.“