Harburg
Kommentar

Die falsche Plattform

Das richtige Medium zu finden, um die gewünschte Zielgruppe anzusprechen, ist schwierig.

Bei dem dazu noch negativ konnotierten Thema Sexting ist das umso schwieriger. Facebook scheint die ideale Plattform zu sein, um Kinder und Jugendliche auf ein Thema aufmerksam zu machen. Doch ist Facebook damit auch die ideale Plattform, um auf das Thema Sexting hinzuweisen? Klicken junge Menschen bei einem solchen Thema wirklich gerne auf den „Gefällt mir“-Button, um so mit weiteren Informationen versorgt werden zu können?

„Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.“ So heißt es, wenn man auf die Facebook-Startseite gelangt. Ob Facebook-Nutzer dieses Bedürfnis auch beim Thema Sexting haben, ist zumindest fraglich. Sinnvoll erscheint in jedem Fall, eine Alternative als Informationsplattform im Internet aufzubauen. Eine einfache Homepage wäre schon ausreichend. Bei einer solch heiklen Thematik mit enormer Dunkelziffer, bei der sich viele aus Scham nicht trauen, darüber mit anderen zu sprechen, sollte die Anonymität besser gewahrt bleiben. Denn bei Facebook erfährt nicht nur ein Freund oder Bekannter vom Interesse am Thema Sexting. Dort erfahren alle Facebook-Freunde davon.

Und deshalb besteht die Gefahr, dass die Hemmschwelle für Betroffene, sich Hilfe zu suchen, noch größer wird, als sie es ohnehin schon ist.