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Ferienboom in den Freizeitparks

Mischung aus Altbewährtem und Neuem lockt Gäste in den Wildpark Schwarze Berge und Wildpark Lüneburger Heide

VahrendorfNindorf. Am Donnerstag beginnen die Sommerferien in Niedersachsen. Hochkonjunktur für Freizeitparks. Doch immer neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung machen für manchen die Wahl zur Qual. Hat der alte Freizeitpark da nicht längst ausgedient? Nein, meinen die um Innovationen bemühten Betreiber, die sich derzeit über einen Zuwachs an Besuchern freuen.

Sowohl im Wildpark Schwarze Berge als auch im Wildpark Lüneburger Heide gibt es ein Besucherplus. Der Wildpark Lüneburger Heide zählte im vergangenen Jahr 328.000 Gäste. Geschäftsführer Norbert Tietz geht davon aus, dass die Zahl in diesem Jahr auf 350.000 Besucher steigen wird. Am beliebtesten sind die Schneegeparden, Vogelschauen und Fischottervorträge. Aber auch das Kinderprogramm kommt gut an. Viele Eltern buchen das Programm an Geburtstagen ihres Nachwuchses. Auch bietet der Wildpark Lüneburger Heide Schlafmöglichkeiten an, die sehr gut genutzt werden. Allein vergangene Woche hätten 200 Menschen im Wildpark übernachtet, so Tietz. Er schätzt die Zahl der Übernachtungsgäste im gesamten Jahr auf 4000.

Trotz der steigenden Zahl an Freizeitangeboten und einer Renaissance etwa des Wanderns locken die Parks mit einer Mischung aus Altbewährtem und neuen Elementen die Besucher. Den Ausschlag, ob an den Kassen Schlangen entstehen oder nicht, gebe am Ende das Wetter und nicht die wirtschaftliche Lage im Land, sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks, Ulrich Müller-Oltay. „Wir beobachten bei unseren Mitgliedsunternehmen einen moderaten Anstieg, das Wetter ist wichtiger als die Konjunktur.“

Sarah Klindworth, Pressesprecherin vom Wildpark Schwarze Berge, bestätigt das. Dank des ausgezeichneten Wetters zu Ostern, am 1. Mai und Pfingsten geht sie davon aus, dass die Besucherzahlen in diesem Jahr das Ergebnis von 2013 toppen werden. „Wir stehen schon jetzt besser da als im Jahr 2013. Das Wetter kam uns sehr zugute“, sagt Klindworth. Im vergangenen Jahr suchten rund 300.000 Gäste den Wildpark mit den Hängebauchschweinen auf.

Die Parks müssten regelmäßig investieren, sie stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern auch mit anderen Freizeitformen, vom Besuch von Bundesliga-Spielen bis hin zum Kino. Da gilt es, immer wieder neue Schwerpunkte zu setzen. Der Wildpark Schwarze Berge hat beispielsweise mit der neuen Bimmelbahn einen Volltreffer gelandet. Die kleine Bahn auf Rädern tourt eine Stunde lang im Schritttempo durch den Park. Dabei bekommen die Fahrgäste Wissenswertes zu den Tieren in den Gehegen und den einzelnen Stationen geliefert.

Insbesondere Besucher älteren Jahrgangs nehmen das Angebot begeistert an. Pressesprecherin Klindworth hat von älteren Besucher gehört, dass sie den Wildpark in der Vergangenheit oft gemieden hätten, weil sie schlecht zu Fuß seien. „Jetzt kommen sie uns mit den Enkeln wieder besuchen“, freut sich Klindworth.

Auch die Flugschauen mit Bussard, Weißkopfseeadler oder Eule seien hoch im Kurs. Zudem versucht der Park, immer neue Schwerpunkte zu setzen, etwa mit den Tagen des Holzes. Die Veranstaltung über zwei Tage zielt auf die männliche Klientel ab. Da geht es unter anderem um die Motorsäge und Holz als Brennstoff.

Die Freizeitparkbetreiber haben festgestellt, dass sich die Bedürfnisse der Besucher nicht so stark ändern. „Es geht um ein Entfliehen aus dem Alltag und darum, sich auf leichte Art unterhalten zu lassen“, sagte Juliane Gunkel, die Sprecherin des Serengeti-Parks in Hodenhagen, der in dieser Saison sein 40-jähriges Bestehen feiert. Die Fahrgeschäfte drehten sich schneller und höher als damals – „der Kick muss etwas stärker sein“. Und auch den Drang zurück in die Natur hat der Park aufgegriffen. Seit Herbst lässt sich die Safari entlang der wilden Tiere außer mit Bus oder Auto auch zu Fuß zurücklegen. Seit einiger Zeit laden Holzhütten mit Blick auf die Tiere auch zum Übernachten ein.

Schon etwas früher hatte der Heide Park in Soltau mit einem Hotel und einem Holiday Camp die Chance ergriffen, Gäste für mehrere Tage an sich zu binden. Seit diesem Jahr ist auch eine Übernachtung in historischen VW-Bullis möglich. Unter den Fahrgeschäften neu ist der „Flug der Dämonen“. Die Gäste sitzen dabei neben der Achterbahnspur in einem freischwebenden Flügel und rasen durch die Luft. Über ein Gästeplus von zurzeit rund drei Prozent freut sich auch das Ferienzentrum Schloss Dankern im Emsland. Ein erst vor kurzem eröffnetes Spaßbad soll für weiteren Zustrom sorgen.

Im Jaderpark in der Wesermarsch lockt ein im vergangenen Jahr neu gebautes Holzfällercamp die Besucher. Auch die neu eröffnete Goldwaschanlage wirke sich positiv aus, sagte Parksprecherin Barbara Minnemann. Im Magic Park in Verden mit dem Schwerpunkt Zauberei, Magie und Märchen entscheidet die angelaufene Feriensaison über die Bilanz, wie eine Sprecherin sagte. Wichtig sei das Wetter.