Kinderschutz

Mehr Familienhebammen für den Landkreis Harburg

Bund fördert Netzwerke im Rahmen der sogenannten Frühen Hilfen: 95.000 Euro stehen dem Landkreis dafür zur Verfügung. Vorhandene Angebote sollen ausgebaut werden.

Winsen. Das Baby schreit unentwegt, die junge Mutter ist überfordert: Damit aus dieser Situation heraus nichts Schlimmes geschieht, gibt es die sogenannten Frühen Hilfen. Hinter diesem Begriff steckt ein Bundesprogramm, das junge und werdende Eltern mit Beratung und praktischer Hilfe unterstützen soll.

Diese Aufgaben übernehmen Familienhebammen, die Mütter, Väter und Kinder vor der Geburt bis zum ersten Geburtstag begleiten. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Harburg hat sich jetzt dafür ausgesprochen, das vorhandene Angebot noch weiter auszubauen.

Zurzeit gibt es im Landkreis bereits zehn Familienhebammen, die in den Regionen Buchholz, Seevetal und Winsen im Einsatz sind. Sie sind unter der Trägerschaft der Quäker-Häuser tätig, wo eine Koordinatorin sich um die fachliche Beratung der und Supervision der Hebammen kümmert.

„Das Netzwerk Frühe Hilfen ist im Landkreis Harburg seit 2007 im Aufbau“, berichtet Kreis-Sprecher Johannes Freudewald. Das Netzwerk und eine Koordinierungsstelle sind auch Voraussetzung dafür, dass der Landkreis Fördermittel vom Bund erhält. Die Förderung bemisst sich nach der Zahl der Neugeborenen und beträgt für dieses Jahr rund 95.000 Euro. Einen entsprechenden Bescheid hat das Land Niedersachsen erteilt.

Insgesamt gibt der Landkreis bereits rund 260.000 Euro im Jahr für die Familienhebammen, die in Vollzeit beschäftigt sind, aus. Mit dem zusätzlichen Fördergeld können nun weitere Kräfte qualifiziert werden: eine Hebamme und zwei Krankenschwestern werden sich ab Mai zur Familienhebamme beziehungsweise Familienkrankenschwester fortbilden.

Letztere betreuen dann Familien mit Kindern bis drei Jahre. „Grundsätzlich sind wir offen für weitere Interessenten“, sagt Freudewald. Ferner ist geplant, auch ein Gruppenangebot für Mütter und Babys zu entwickeln, insbesondere für jene, die sich teure Eltern-Kind-Kurse nicht leisten können.

Zu den Aufgaben der Familienhebammen gehört unter anderem , Mütter zur Teilnahme an Vorsorgemaßnahmen zu bewegen, ihnen zu zeigen, wie sie ihr Baby richtig ernähren und pflegen, ihnen bei der (Neu-)Strukturierung des Alltags zu helfen und sie in Kontakt zu anderen Müttern zu bringen. Auch die Väter werden mit eingebunden.