Harburg
Autobahn 7

Jetzt kommt es ganz dick: Zehn Jahre Dauerstau in Harburg

Die Reparatur der Brücke über die Autobahn 7 in Heimfeld ist nach Auskunft des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer nur der Auftakt für die Sanierung der Autobahn bis zum Elbtunnel. Das kann dauern.

Harburg. Dietmar Gehrt hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen. Die anstehende Sanierung der A7-Brücke in Heimfeld über die Stader Straße ist lediglich der Auftakt für die Dauerbaustelle Autobahn7 von Heimfeld bis Eidelstedt. Der Diplom-Ingenieur ist beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) für die Planungen des Brückenbauwerks zuständig. Bis zum Elbtunnel ist die A7 fast durchgehend eine Brücke.

Und die ist genauso marode, wie die 245 Meter lange Heimfelder Autobahnbrücke. In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Inneres, Bürgerservice und Verkehr und des Regionalausschusses Harburg präsentierten Gehrt und seine Kollegen aus dem LSBG die ganzen Pläne. „Man muss hier nicht lange um den heißen Brei herum reden. Diese Baustellen werden uns für die nächsten zehn Jahre beschäftigen“, sagte Gehrt in der Sitzung.

Und am Elbtunnel ist noch längst nicht Schluss mit den Bauarbeiten, die nicht nur in Harburg für Verkehrschaos sorgen werden. Im nächsten Jahr beginnen die Bauarbeiten für die Überdeckelung der A7 in Höhe Schnelsen. Im Anschluss beginnt die Überdeckelung der A7 bei Eidelstedt, und je nach Finanzlage soll dann der Autobahn-Abschnitt in Bahrenfeld überdeckelt werden.

„Das ist eine unerträgliche Belastung für Harburgs Straßen, die da auf uns zukommt. Und wir reden hier gerade nur über den Nord-Süd-Verkehr, der Querverkehr durch Harburg wird in dieser Zeit genauso für Chaos sorgen“ sagte CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer nach der Sitzung. CDU und SPD hatten beantragt, dass die Planer des LSBG in den Ausschuss kommen und darüber berichten, wie sie den Umleitungsverkehr in den Griff bekommen wollen. „Das sind alles Unannehmlichkeiten“, so Gehrt, „die sich im Laufe der Planungen ergeben haben.“

Das Problem sei, so der Ingenieur, dass bis vor zwei Wochen an der Autobahn A1 gearbeitet worden sei. Weil Hamburg keinen durchgehenden Autobahnring habe, so Gehrt, müssten die Planer dafür sorgen, dass immer ein Autobahn-Zufahrtsweg nach Hamburg frei bleibe. Nun, nach der A1, sei die A7 mit der fälligen Erneuerung dran. Inzwischen wurde der Ehestorfer Heuweg bereits provisorisch erweitert. Er soll den gesamten Schwerlastverkehr, der während der Bauphase nicht über die Autobahnbrücke geführt werden kann, aufnehmen.

Wie berichtet verläuft die Umleitungsstrecke für die gesperrte Abfahrt Heimfeld von der Abfahrt Marmstorf in Richtung Norden über den Ehestorfer Heuweg, über die Stader Straße, Waltershofer Straße weiter in Richtung Norden oder für Pkw in Richtung Harburger Innenstadt. Die Geduld der Anwohner wird in jedem Fall hart auf die Probe gestellt. Denn diese Umleitungsstrecke wird sicher nicht nur vom Schwerlastverkehr genutzt werden.

Um dem sicheren Stau auf der A7 im Baustellenbereich zu entgehen, werden auch Pendler im Auto durch Harburgs Stadtgebiet fahren.

Aber da könnte die Stader Straße zum Flaschenhals für den Verkehr werden, weil, das berichtete Gehrt ebenfalls in der Sitzung, die Bundesstraße abwechselnd stadtein- und stadtauswärts einspurig geführt werden – müsse wegen der Brückenbauarbeiten an der A7. „Die meisten Arbeiten werden unter der Brücke ausgeführt“, so Gehrt. Auf Harburg kommen harte Zeiten zu. „Wenn der LSBG dann auch noch an seinem Plan festhält, die Baustelle Bremer Straße/Friedhofstraße in der Zeit anzufangen, dann bricht hier alles zusammen“, warnt Fischer. Wie berichtet, plant der LSBG im kommenden Jahr den Umbau der Kreuzung. Das geht entweder nur, wenn die Bremer Straße voll gesperrt oder je nach Bedarf einspurig an der Baustelle vorbei geführt würde. Die Bremer Straße gehört zu den Hauptausfallsstraßen Harburgs in Richtung Süden.

In der Sitzung stellte die zuständige Planerin ihre aktuellen Überlegungen vor. Bei einer Vollsperrung der Bremer Straße, was ausschließlich in den Ferien möglich wäre, müsste zumindest der Busverkehr über den Beerentalweg geführt werden. Die Hamburger Hochbahn hält diese Umleitung für machbar. Auch beim LSBG ist man inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass eine Baustelle in der Bremer Straße nur schwerlich parallel zur Baustelle in Heimfeld machbar ist. Aber es dürfte schwer sein, in den nächsten zehn Jahren eine Lücke bei der Dauerbaustelle A 7 zu finden.