Seevetal

Am 6. Oktober geht’s ums Ganze

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Christiane Tauer

Wer wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Seevetal? Martina Oertzen (CDU) und Ulrich Sauck (SPD) treten bei der Stichwahl gegeneinander an

Seevetal. Die Seevetaler Bürger müssen am Sonntag, 6. Oktober, erneut zur Wahlurne schreiten. In einer Stichwahl entscheidet sich dann, ob Martina Oertzen (CDU) oder Ulrich Sauck (SPD) – die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen – neue Bürgermeisterin oder neuer Bürgermeister der Gemeinde werden. Die CDU-Politikerin kam bei der Wahl am Sonntag auf 48,5 Prozent der Stimmen, während Ulrich Sauck 33,4 Prozent erreichte. Peter Metelski (Freie Wähler) konnte 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, der Einzelbewerber Willi Cramer kam auf 12,9 Prozent.

Zweitweise hatte es am Sonntagabend noch so ausgesehen, als würde die 49-jährige Martina Oertzen die absolute Mehrheit erringen. Gegen 19.20 Uhr, als nicht einmal die Hälfte der Wahllokale ausgezählt war, lag ihr Stimmenanteil bei mehr als 50 Prozent. Doch diesen Wert konnte sie bis zum vorläufigen Endergebnis, das gegen 21.30 Uhr vorlag, nicht halten.

„Der jetzige Wahlausgang ist für mich ein Etappensieg“, sagte eine glückliche Martina Oertzen am Montag. Jetzt gehe es darum, für die Stichwahl möglichst viele Wähler zu mobilisieren. Erste Schritte sind bereits eingeleitet: Noch Sonntagnacht machten sich Helfer ihrer Partei daran, die Plakate mit dem Hinweis auf die Stichwahl zu bekleben. Bereits im Vorfeld habe sie sich auf den zweiten Wahltermin eingestellt, sagte die ausgebildete Bankkauffrau. Dass sie 48,8 Prozent erreichen würde, hätte sie aber nicht gedacht. „Dafür möchte ich mich bedanken.“

Für sie stellt sich jetzt die Frage, wo die Wähler von Willi Cramer und Peter Metelski am 6. Oktober ihr Kreuz machen werden. „Willi Cramers Stärke war vor allem seine große Bekanntheit bei jungen Leuten.“ Das lasse sich nicht so einfach übertragen. Auch die Wahlbeteiligung stuft sie als mögliches Problem ein, da der Termin in den Herbstferien und am Sonntag nach dem Tag der Deutschen Einheit liegt und viele Seevetaler vielleicht in Urlaub fahren.

Bei Ulrich Sauck war die Enttäuschung am Sonntagabend nicht zu übersehen. Er war ebenso wie die anderen drei Bürgermeisterkandidaten ins Hittfelder Rathaus gekommen und verfolgte gemeinsam mit seiner Familie die Entwicklung der Stimmenauszählung. „Mit so einem großen Abstand hätte ich nicht gerechnet“, gab er ehrlich zu. Trotzdem blickt er mit Optimismus auf den 6. Oktober. „Eine Stichwahl hat ihre eigenen Gesetze, und es ist gut, dass der Termin losgelöst von der Bundestagswahl ist“, sagte er. Ähnlich wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft spiele es keine Rolle, wie eine Mannschaft ins Finale gekommen sei. Wenn das Endspiele beginnt, starten die Gegner bei Null.

Auch er stuft es als besonders spannend ein, wie sich jetzt diejenigen entscheiden, die Willi Cramer und Peter Metelski gewählt haben. Luft nach oben habe er sicherlich, sagte er. Und manchmal sei es gar nicht so schlecht, als Zweiter ins Rennen zu gehen. Erfreut dürfte Ulrich Sauck auf jeden Fall über die Aussage von Willi Cramer sein. „Wer Willi gewählt hat, sollte jetzt Uli wählen“, gab der berühmteste Lederhosenträger Seevetals Montag eine eindeutige Empfehlung für die Stichwahl ab.

Diese Wahl wird im Grunde genau so ablaufen wie die Wahl am Sonntag, nur dass lediglich der Bürgermeister gewählt wird und nicht der Bundestag. „Wir werden dieselben 42 Wahllokale haben, und die Briefwahl wird ebenfalls möglich sein“, sagte Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Um 18 Uhr werden die Lokale schließen, so dass die Stimmenauszählung direkt im Anschluss starten kann. „Bei der Stichwahl vor acht Jahren zwischen Günter Schwarz und Hilke Harms hat sich das erste Lokal schon um 18.08 Uhr gemeldet.“ Das letzte Ergebnis trudelte um 18.44 Uhr ein. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 47 Prozent, während sie im ersten Wahlgang, der ebenfalls parallel zur Bundestagswahl lief, bei 81 Prozent lag.

Wer schon jetzt weiß, dass er am 6. Oktober nicht zur Wahl gehen kann, hat ab dem heutigen Dienstag die Möglichkeit, die Wahlunterlagen anzufordern oder persönlich in den Seevetaler Ortsverwaltungen und im Rathaus abzuholen. „Extra Wahlbenachrichtigungen wird es nicht geben“, sagte Schmidt.

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