Kommentar

Wenn Politik wie Fußball ist

Christiane Tauer

Ulrich Sauck hat recht, wenn er sagt, dass eine Stichwahl mit einer Fußball-Weltmeisterschaft zu vergleichen ist: Es ist egal, wie die beiden Finalisten ins Endspiel gekommen sind.

Wenn sie im Finale stehen, steht es zu Spielbeginn wieder Null zu Null und alles ist möglich. Für Martina Oertzen dürfte diese Erkenntnis bitter sein. Sie konnte rund 12.500 Stimmen auf sich vereinigen, fast 4000 Stimmen mehr als Ulrich Sauck. Zum Vergleich: Willi Cramer gewann rund 3300 Stimmen, Peter Metelski etwa 1300. Trotzdem steht die Wahlgewinnerin Martina Oertzen jetzt mit leeren Händen da und muss am 6. Oktober von vorne anfangen.

Wer dann neuer Bürgermeister in Seevetal wird, ist vollkommen offen. Sowohl Ulrich Sauck als auch Martina Oertzen stehen vor der großen Herausforderung, diejenigen Bürger anzusprechen, die am Sonntag für Willi Cramer und Peter Metelski gestimmt haben. Für wen werden sie sich entscheiden? Vor allem Willi Cramer hat es durch seine unkomplizierte und ehrliche Art geschafft, eine Gruppe anzusprechen, die bei Politik eher gelangweilt wegschaut: die jungen Wähler. Ob diese Gruppe sich ohne Weiteres von einer CDU-Frau und einem SPD-Mann umgarnen lässt, wird sich zeigen. Dass Willi Cramer eine eindeutige Wahlempfehlung für Ulrich Sauck ausgesprochen hat, könnte Sauck zwar helfen. Aber wie gesagt: Zu Beginn eines Endspiels steht es immer Null zu Null.

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