Harburg

Unfallzahlen sind leicht gestiegen

Mehr verletzte Erwachsene und Kinder, mehr Zwischenfälle mit Radfahrern – Fußgänger sind sicherer unterwegs

Harburg. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bezirk Harburg ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus einer Präsentation hervor, die die Polizei jetzt im Harburger Rathaus vorstellte. Danach nahm die Zahl der Unfälle von 4803 in 2011 auf 5128 im vergangenen Jahr zu. Hamburgweit liegt Harburg am unteren Ende der Verkehrsunfallstatistik. Nur im Bezirk Bergedorf gab es weniger Unfälle.

Allerdings ist auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten im Bezirk gestiegen. „2012 passierten in diesem Bereich 605 Verkehrsunfälle mit Personenschäden, bei denen 801 Menschen verletzt wurden“, sagt Hauptkommissarin Karina Sadowsky. 722 Personen wurden leicht, 79 Menschen schwer verletzt. Auch fünf Tote galt es im vergangenen Jahr auf den Straßen des Bezirks zu beklagen. Für Schlagzeilen hatte im Juli vergangenen Jahres ein Unfall gesorgt, bei dem ein Geschwisterpaar ums Leben kam. Bruder und Schwester hatten in einem Auto gesessen, das am Ehestorfer Heuweg von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Laternenmast und einen Baum geprallt war. Der Fahrer hatte in einer lang gezogenen Kurve aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Wagen verloren, nachdem er zuvor zwei Autos überholt hatte. Bei drei weiteren Verkehrsunfällen kamen zwei Fußgänger und ein Motorradfahrer ums Leben.

Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der Leichtverletzten um 122 angestiegen. Die Zahl der Schwerverletzten ist hingegen um vier gesunken. Als schwer verletzt gelten in der Statistik der Polizei jene Unfallopfer, die mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus kommen und dort stationär verbleiben.

Erhöht hat sich im Bezirk leider auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Kinder. Sie stieg um 22 auf 86. Die Zahl der Kinder, die schwere Verletzungen erlitten, ging von elf in 2011 auf zehn im vergangenen Jahr zurück.

Deutlich angestiegen ist auch die Zahl der Unfälle mit Radfahrern. Sie stieg von 131 auf 151. Auch hier setzt sich ein Trend fort. 103 Radfahrer, 33 mehr als im Vorjahr, wurden verletzt. Die Zahl der schwerer Verletzten ging um sieben auf 13 zurück.

Entgegengesetzt ist die Entwicklung bei den Fußgänger- und Motorradunfällen. In beiden Fällen ist die Zahl der Verkehrsunfälle rückläufig gewesen. So gab es 2012 auf den Straßen des Bezirks 103 Unfälle mit Fußgängern – 16 weniger als im Vorjahr. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Motorradunfälle von 134 auf 129 zurück. Die Zahl der leicht verletzten Fußgänger blieb dabei mit 70 nahezu konstant. Im Vorjahr hatte es einen leicht verletzten Fußgänger weniger gegeben. Die Zahl der schwerer verletzten Fußgänger reduzierte sich dagegen deutlich von 18 auf 13. Bei den Motorradunfällen gab es mit 55 Leichtverletzten einen Rückgang. Die Zahl der Schwerverletzten stieg dafür von 16 in 2011 auf 20 in 2012. „Wir haben beim Verkehrsunfallgeschehen keine dramatischen Veränderungen“, sagt ein Beamter. „Viele der Zahlen sind in einem Bereich, in dem Zufälligkeiten oder Einzelfälle schon starke Schwankungen verursachen.“

Mit der Statistik weicht Harburg kaum von der hamburgweiten Entwicklung ab. In der gesamten Hansestadt ereigneten sich im vergangenen Jahr 65.727 registrierte Verkehrsunfälle. Die Zahl der schwer verletzten Unfallopfer ging wie in Harburg zurück. In der gesamten Stadt war ein deutlicher Anstieg der im Straßenverkehr verunglückten Kinder zu verzeichnen. 808 Jungen und Mädchen, neun Prozent mehr als 2011, wurden verletzt. Auffallend: Mehr als ein Drittel der verunglückten Kinder wurden als Fahrradfahrer Unfallopfer. Innensenator Michael Neumann hatte in diesem Zusammenhang auch auf den Rückgang der motorischen Fähigkeiten bei vielen Kindern hingewiesen.

„Die Hauptursachen für Verkehrsunfälle sind auch weiterhin überhöhte Geschwindigkeit oder Rotlichtverstöße“, sagt Karina Sadowsky. „Auch Drogendelikte im Straßenverkehr spielen eine immer größere Rolle. Wir werden, wie wir es auch schon in diesem Jahr gemacht haben, weiterhin auf Verkehrskontrollen setzen.