Kommentar

Das Dilemma mit den Brücken

Schuldzuweisungen scheinen ein fester Bestandteil von Politik zu sein, wenn wieder mal Geld für wichtige Investitionen fehlt.

Die SPD wirft der CDU vor, während ihrer Regierungszeit nichts im Binnenhafen investiert zu haben. Und die CDU zeigt jetzt mit dem Finger auf die SPD, weil sie nicht genügend investiert. Fest steht: der Sanierungsstau hat nicht erst mit der Regierungsübernahme der SPD im Hamburger Senat angefangen.

Die Klappbrücken sind bei diesem Spiel nur ein Aspekt. auch die Kaimauern waren schon zu CDU-Zeiten marode. Der Binnenhafen aber braucht seine Klappbrücken, und es mutet schon paradox an, einerseits diese Harburger Perle zum Vorzeigeprojekt für neue Wohnformen am Wasser zu proklamieren, wenn andererseits das Geld nicht mal dafür reicht, die Klappbrücken als solche wieder flott zu kriegen.

Als Quintessenz bleibt die Frage: Wenn der Senat die Finanzmittel streckt und am Binnenhafen sparen muss, um seinen Haushalt zu schonen, muss dann tatsächlich eine neue Drehbrücke über den Lotsekanal gebaut und damit der Haushalt belastet werden? Es wäre allemal klüger, das Geld in die Sanierung der alten Brücken zu investieren.