Kommentar

Der Straßenbau erfordert Geduld

Hamburg ist nach wie vor das Nadelöhr für den Straßen- wie auch den Schienenverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland.

Hier gibt es ab der Elbmündung stromauf die ersten Tunnel und Brücken, um den Fluss auf festem Weg zu queren. Entsprechend hoch ist die Verkehrsbelastung. Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen setzen derzeit alles daran, dem drohenden Verkehrsinfarkt durch Bypässe zu begegnen.

So soll die von Stralsund bis Bad Segeberg bestehende Küstenautobahn A20 die Elbe künftig mit einem Tunnel westlich von Hamburg zwischen Glückstadt und Drochtersen unterqueren und weiter südlich an die A26 (Stade-Hamburg) anbinden und weiter bis zur A1 bei Bremen führen. Und die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg unterstützt den Bau einer weiteren Autobahn-Elbquerung im Bereich Geesthacht, für eine östliche Umgehung Hamburgs im Zuge einer A21-Verlängerung von Bargteheide bis zur A39 bei Winsen oder gar bis zur A7 bei Egestorf.

Dänemark macht zudem Dampf, will den Ostseetunnel zwischen Rödby und Puttgarden bauen. Der Verkehr von Skandinavien und dem Baltikum wird zunehmen. Der Bau der A26 in Verbindung mit der Hamburger Hafenquerspange stellt dabei eine wichtige Ost-West-Verbindung her. Die Vorbereitungen kommen erfreulich voran. Auch der Bezirk Harburg erhofft sich Vorteile, weil weniger Verkehr durch Wohngebiete rollen dürfte. Aber Geduld ist notwendig. Vor 2020 wird keine der Straßen fertig. Leider.