Kommentar

Das Marketing braucht Typen

Wer an Hamburg denkt, hat spontan den Michel, den Hafen, das Rathaus und die Alster vor Augen oder vielleicht auch noch die Reeperbahn.

Das Bild der Stadt ist über Grenzen hinaus positiv. Und wer sich bei den Bewohnern nördlich der Elbe nach Harburg erkundigt, der wird - wie so häufig - den Spruch vom Balkan zu hören bekommen. Das Klischee hat sich eingebrannt und ist durch einfaches Schönreden nicht wegzubekommen. Selbst Bewohner anderer Bundesländer wissen, dass durch Harburg nicht die Elbchaussee führt.

Damit sich am etwas angekratzten Image etwas ändert, muss schon richtig was passieren. Da müssen Menschen neugierig gemacht werden, den Hamburger Süden mal etwas genauer zu betrachten. Das neue Stadtmarketing kann für das Kennenlernen die Türen öffnen. Der Hamburger Süden hat nicht nur starke Marken wie die Technische Universität, das Mercedes Werk, Phoenix/ContiTech und Airbus sondern auch Menschen, die in anderen Sparten das Image Harburgs aufbessern. Da wäre der Musikpädagoge Peter Schuldt aus Finkenwerder zu nennen, der mit Harburger Schülern den inzwischen bundesweit bekannten Chor "Gospeltrain" ins Leben rief und der inzwischen mit dem Chormodul Young ClassX das Singen und Musizieren an Hamburger Schulen weiter ausbaut. "Wir brauchen dafür Chorleiter, das müssen Typen sein, die ihre Schüler bewegen", sagt Schuldt. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Auch Harburgs Marketing braucht solche Typen mit ausgefallenen Ideen.