Entwicklung

Zukunftsplan: Was Buchholz 2030 braucht

Stadt entwickelt einen Zukunftsplan, der die Entwicklung besser steuern soll. Bürger werden beteiligt. "In der Lenkungsgruppe haben wir noch vier Plätze für Bürger frei", sagt die Baudezernentin.

Buchholz. Die Stadt Buchholz stellt sich ihrer Zukunft und gibt den Startschuss für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Mit dem Namen "ISEK" wäre aber schon ein kleines Problem benannt, denn selbst Buchholz' Baudezernentin Doris Grondke gibt zu, dass sie ihn eher unglücklich findet, weil er viel zu abstrakt und bürokratisch klingt. "Zukunftsplan" soll das ISEK in Buchholz deshalb heißen, und in diesem Zukunftsplan sollen Fragen wie diese gestellt und gemeinsam mit allen Bürgern beantwortet werden: Wie und wohin soll sich Buchholz bis zum Jahr 2030 entwickeln? Wie geht man mit dem demografischen Wandel um, und wie kann die Stadt weiterhin attraktiv für Neubürger und Alteingesessene bleiben?

Am Ende einer etwa anderthalb Jahre dauernden Arbeitsphase will die Stadt dann eine Art Leitfaden in der Hand halten, mit dessen Hilfe sie die Entwicklung in den unterschiedlichsten Bereichen von Bevölkerung und Wohnen, Klimaschutz und Einzelhandel bis hin zu Sport oder Kultur steuern kann. "Wir schaffen eine Prioritätenliste, auf der steht, was für die Stadt am wichtigsten ist", umschreibt Doris Grondke den Prozess, an dem sich Verwaltung, Vereine, Politiker und Bürger beteiligen sollen. Der Slogan lautet "Zukunft für Buchholz gestalten".

Bei ihrem Amtsantritt am 1. August des vergangenen Jahres sei sie überrascht gewesen, dass Buchholz ein solches Konzept noch gar nicht besitzt, sagt sie. In den vergangenen Jahren hätten es viele Städte und Gemeinden in Deutschland für sich erarbeitet, zumal ein offizielles ISEK Grundvoraussetzung für die Teilnahme an vielen Förderprogrammen des Bundes ist.

Buchholz will das Versäumte nun nachholen, um sich auch um diese Fördermittel zu bewerben. Vor allem aber soll der Zukunftsplan detailliert aufzeigen, welchen Bedarf es in den jeweiligen Bereichen, sei es bei Kindergärten, Sporthallen oder Straßen, in den kommenden Jahren überhaupt geben wird. "Man weiß dann, was wirklich sinnvoll ist und beschließt möglicherweise weniger Dinge aus einem ,gefühlten Wissen' heraus", sagt Doris Grondke. Außerdem geht sie davon aus, dass sich bestimmte Anträge aus der Politik quasi von selbst erledigen, wenn man zuvor innerhalb des ISEK-Prozesses die Prioritäten und Ziele für die Stadt gemeinsam festgelegt hat.

Los gehen soll das Ganze mit einem Auftaktforum am Donnerstag, 23. Mai, von 19 bis 21.30 Uhr in der Waldschule, Parkstraße 31. Alle Bürger sind eingeladen, zu diesem Treffen zu kommen, bei dem ihre Ideen und Anregungen gesammelt werden und der Moderator Markus Birzer, Politik- und Unternehmensberater aus Hamburg, den weiteren Ablauf des Verfahrens erläutert. Vorab gibt es bereits ein Treffen der Ortsbürgermeister, da aus Sicht der Verwaltung für die Ortschaften andere Themen wichtig sind als für die Kernstadt. Die Lenkungsgruppe trifft sich ebenfalls einige Tage vorher, denn sie ist für die Steuerung des Prozesses verantwortlich und gibt letztlich Empfehlungen an die Ausschüsse und den Buchholzer Stadtrat, der ganz am Ende, also in etwa anderthalb Jahren, einen Beschluss fassen wird.

"In der Lenkungsgruppe haben wir noch vier Plätze für Bürger frei", sagt die Baudezernentin. Wer Interesse hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse zukunft-gestalten@buchholz.de bewerben. Alles Weitere zum Zukunftsplan steht auf einer Internetseite, die in Kürze freigeschaltet wird. Dort kann auch jeder seine Meinung äußern. Die Verwaltung bemüht sich außerdem, zwei Vertreter der Unter-18-Jährigen in die Lenkungsgruppe aufzunehmen, die weiteren Plätze fallen an Verwaltung, Interessenverbände und Politik.

Vorschläge zu den Themenfeldern Bevölkerung und Wohnen oder Sport und Soziales wird die Lenkungsgruppe vom Zukunftsplan-Kernteam - Doris Grondke und zwei weitere Mitarbeitern der Verwaltung - erhalten, die ihre Daten entweder aus dem Bestand der Verwaltung zusammenstellen oder von externen Gutachtern ermitteln lassen. Nach einem weiteren Forum mit runden Tischen im Dezember dieses Jahres soll es dann nach einem weiteren Zusammentreffen in die Arbeitsphase zu den einzelnen Themen gehen, in der konkrete Schwerpunkte benannt werden und festgelegt wird, wie die Stadt handeln soll. Das werde vermutlich erst im kommenden Frühjahr anstehen, sagt die Baudezernentin. Sie hofft aber, das Verfahren doch kürzer als gedacht zum Abschluss bringen zu können.

www.buchholz-zukunft-gestalten.de