Kommentar

Vorher checken, was machbar ist

Warum nicht gleich so, möchte man meinen.

Da bekommen die Entwickler der Internationalen Bauausstellung vom Senat den Auftrag, sich auch um die Entwicklung und Vermarktung der beiden bislang mäßig erfolgreichen Wohnungsbau-Großprojekte "Elbmosaik" und "Röttiger Kaserne" im Bezirk Harburg zu kümmern und schon wenig später ernten sie für ihre Ideen jede Menge Beifall.

Was macht das niedersächsische Umland besser? Warum ziehen junge Familien aus der Stadt auf das Land und bezahlen dort ihre Steuern? Grundstücke sind billiger und zum Teil schöner gelegen als in der Stadt und Sparkassen bieten in Verbindung mit Baufirmen häufig Sonderkonditionen für Baufinanzierungen. Hamburg hat als Stadtstaat deutlich weniger Möglichkeiten, Baugebiete auszuweisen. Und wenn ein Baugebiet erschlossen werden soll, dann soll es für die Stadt nach Möglichkeit kein Zuschussgeschäft werden. Im Fall der Projekte "Elbmosaik" und "Röttiger Kaserne" ist die Erschließung von vornherein mit hohen Kosten belegt. Vor einem Neubau auf dem Kasernengelände war Abriss notwendig. Kampfmittelsondierung kommt hinzu. Und beim Elbmosaik musste das Wiesengelände aufgeschüttet und trockengelegt werden. Außerdem war für den Schutz des Wiesenvogels Wachtelkönig noch der Bau eines Katzengrabens und eines hohen Gitterzaunes notwendig.

Es scheint, dass die IBA-Leute erstmals vorher checken, was machbar ist, bevor viel Geld möglicherweise unnötig in Erschließung fließt.