Flüsterasphalt für die Bremer Straße

Initiative Engagierte Harburger will die Entwicklung um Verkehrsberuhigung weiter kritisch verfolgen

Harburg. In der aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft hatte Wirtschaftssenator Frank Horch in einem Nebensatz zur geplanten Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße angemerkt, dass im weiteren Verlauf der Strecke die Bremer Straße in Harburg lärmmindernden Asphalt bekommen soll. Auf der Zuhörertribüne der Bürgerschaft hatte Margrit Sterzl von der Bürgerinitiative Bremer Straße/Engagierte Harburger den Worten gelauscht. "Die für uns Anwohner recht positive Aussage klingt zunächst einmal gut", sagt sie "wir werden das ganze Geschehen natürlich wie bisher äußerst kritisch weiter verfolgen."

Im Detail kann Helma Krstanoski, Sprecherin der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die wenigen Aussagen des Senators zum lärmmindernden Asphalt nur geringfügig ergänzen. Sie sagt: "Für das Jahr 2014 ist ein Ausbau an der Bremer Straße im Abschnitt Friedhofstraße/Ernst-Bergeest-Weg geplant. In dem Zusammenhang werden weitere Verbesserungen angestrebt." Von dem schon seit mehreren Jahren geplanten Ausbau der Einmündungsbereiche Friedhofstraße/Bremer Straße sowie Ernst-Bergeest-Weg/Bremer Straße halten die um Verkehrsberuhigung bemühten Mitglieder der Initiative nicht viel. "Der Ausbau soll fünf Millionen Euro kosten und wird nicht mehr bringen als dass sich der morgendliche Verkehrsstau stadteinwärts lediglich um etwa 200 Meter verlagern wird", sagt Margrit Sterzl.

Die Anwohnerinitiative spricht sich für den Bau einer zusätzlichen Ampel an der Friedhofstraße aus. Die müsste - so Margrit Sterzl - mit einer intelligenten Schaltung mit den Ampeln in Höhe Am Großen Dahlen und Ernst-Bergeest-Weg in Einklang gebracht werden. Sterzl: "Das würde den Verkehr flüssiger machen, mit weniger Abbremsen und Anfahren." Sie beklagt sich, dass von Seiten der Hamburger Behörden die Bürgerbeteiligung nicht ernst genommen wird und weist auf das Beispiel Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße hin. "Da wird ein Gutachten bei Professor Hermann Knoflacher für 30.000 Euro in Auftrag gegeben, um den Bürgern den Eindruck zu vermitteln, dass ihre Interessen berücksichtigt werden", sagt sie, "bei Entscheidungen spielen sie dann aber doch keine Rolle."

Annemarie Schulz, ebenfalls aktiv bei den Engagierten Harburgern: "Wir kämpfen hier schon seit vielen Jahren für Verbesserungen. Unsere nächtliche Ruhe ist schon lange gestört, weil immer mehr Lastwagen die Bremer Straße als Abkürzung zwischen dem Buchholzer Dreieck und Harburg nutzen."

Dass nun an den Einbau lärmmindernden Asphalts gedacht wird ist in gewisser Weise positiv einzuschätzen", sagt sie, "das ist nun das Ergebnis unseres vierjährigen Bemühens. Und ich bin mir sicher, dass Hamburg bis heute nichts unternommen hätte, gäbe es nicht die zu erfüllenden Auflagen der Europäischen Union mit dem Lärmaktionsplan".

Dieses Frühjahr sollen, so Annemarie Schulz, an der Bremer Straße zwei elektronische Anzeigetafeln installiert werden, die den Autofahrern ihr gefahrenes Tempo anzeigen.