Kommentar

Harburgs Imageprobleme auf dem Immobilienmarkt

Der Vorschlag der SPD, sich einmal über eine Vermarktung der neuen Wohnsiedlungen Gedanken zu machen, erscheint sinnvoll.

Harburg. Stell dir vor, es werden Wohnungen gebaut und keiner zieht hin. Der Vorschlag der SPD, sich einmal über eine Vermarktung der neuen Wohnsiedlungen Gedanken zu machen, erscheint sinnvoll. Doch was nutzen schöne bunte Reklamehefte, wenn das Umfeld nicht stimmt. So will Harburg junge Familien davon abhalten, ins Umland abzuwandern, gleichzeitig sollen Gutverdiener dazu gebracht werden, in den Hamburger Süden zu ziehen. Tatsächlich ist die Nachfrage nach freien Reihen- und Einzelhäusern in Harburg und Neugraben ungebrochen. Ein Grund mehr, sich doch unter anderem auf dem Gelände der Röttiger Kaserne für das Konzept Wohnen im Grünen zu entscheiden, anstatt mehrgeschossige Gebäude hinzuklotzen. Entscheidend für ein positives Image des Stadtteils ist auch die Freizeitqualität. Spielplätze, die Müllkippen gleichen, gehören nicht dazu. Insofern macht es schon Sinn, die Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes nicht nur auf den Weg zu schicken, um Knöllchen an die Windschutzscheibe von Falschparkern zu klemmen, sondern, damit sie sich jene Klientel genauer betrachten, die das Alkohol- und Rauchverbot auf den Spielplätzen nicht ernst nehmen. Wer will schon, dass seine Kinder inmitten von Scherben und Zigarettenkippen herumtollen. Welchen Sinn machen sonst Vorgaben, die von der Bezirksversammlung abgesegnet und dann doch nicht eingehalten werden? Unter dem Motto: Stell dir vor, es gibt Verbote und keiner hält sich dran.