Kommentar

Behandlung wie Bürger zweiter Klasse

Es ist eine Respektlosigkeit, die ihresgleichen sucht, was sich der Energiekonzern Vattenfall gerade in Moorburg leistet. Da wird ein Ort als Riesenparkplatz benutzt.

Die Bewohner leiden darunter, der öffentliche Nahverkehr kommt teilweise zum Stillstand, die Polizei ist genervt und die Chefin eines Ladens, ihre Existenz, muss bedrohliche Umsatzeinbußen in Kauf nehmen. Vattenfall verweist auf wenige geschaffene Parkflächen und darauf, dass man keinen Einfluss auf Auftragsfirmen habe.

Das ist indes eine recht fadenscheinige Argumentation. Denn verantwortlich für die Missetaten der Baufirmen ist der Auftraggeber. Es dürfte bekannt gewesen sein, dass sich viele Monteure auf der Kraftwerkgroßbaustelle tummeln. Und nur knapp 800 Stellplätze einzuplanen, ist entweder Schlamperei oder Gleichgültigkeit. Aber auch bei Vattenfall ist bekannt, dass Moorburg immer noch im Klammergriff von HPA steckt. Dort haben die Wirtschaft und ihre Interessen Vorrang.

Dort darf ohne Rücksicht auf die Menschen und ihren Protesten, sogar an den ausdrücklichen Beschlüssen der Harburger Bezirksversammlung vorbei offenbar ein Schlickberg errichtet werden. Dass hat mit demokratischen Grundsätzen nicht mehr viel zu tun.

Und genau dass setzt Signale an Unternehmen wie Vattenfall, deren Mitarbeiter und Auftragnehmer. Dass noch nicht einmal Bußgelder diese Leute davon abhalten, den Ort dicht zuparken und täglich zu terrorisieren, zeigt doch die maßlose Ignoranz gegenüber den Moorburgern. Sie werden zu Bürgern zweiter Klasse degradiert.