Kommentar

Sinnvoller Bebauungsplan

Baustelle Binnenhafen: Wird man sich dort auch künftig in einem Beachclub bei Caipi und Cappuccino von der Büroarbeit entspannen können?

Bietet ein Badeschiff unbeschwertes Planschvergnügen? Oder spiegeln sich nur trist verglaste Büro- und Hotelgebäudefronten im Wasser? Es macht Sinn, die Richtung vorzugeben, die Architekten künftig verfolgen sollen. Denn was passiert, wenn Verwaltung und Politik hoheitliche Aufgaben an Investoren abgeben, erfahren die Bürger gerade im neuen Quartier Harburger Brücken, das peu à peu aus dem Boden gestampft wird. Mit Wohnungen, die sich Gutverdiener leisten sollen und können, ohne günstige Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitbereiche, ohne Spielplatz - denn wie es hier einmal aussehen wird, geben Investoren vor. Und das bei sogenannten Sahnestücken in der weitgehend überplanten Hansestadt. Ähnliche Goldgräberstimmung wie im Binnenhafen herrscht ebenfalls rund um den Altonaer Bahnhof: Boomtown und Spielwiese für Immobilienfirmen.

Planungssicherheit und Nachhaltigkeit der Vorhaben gewährt ein Bebauungsplan, der ordentlich aufgestellt, von Öffentlichkeit und Politik diskutiert und abgesegnet wurde. Gründe genug, sich mit der Planskizze Binnenhafen Ost einmal näher zu befassen, als nur einen flüchtigen Blick in Torsten Meinbergs Büro darauf zu werfen.

Denn brauchen wir hier wirklich noch mehr Büroetagen, die dann wieder leer stehen werden? Wer finanziert langfristig ein Badeschiff? Baustelle Binnenhafen - fast eine unendliche Geschichte.